Tambourcorps Oberkirchen spielt seit 111 Jahren

Hubertus Dohle
Hubertus Dohle
Foto: WP
Was wir bereits wissen
„Was wäre das Schützenwesen ohne die Tambourcorps“, sagt Hubertus Dohle, Vorsitzender des Tambourkorps Oberkirchen , im Schmallenberger Stadtgespräch. Doch der Nachwuchs fehlt.

Oberkirchen..  Auf stolze 111 Jahre Vereinsgeschichte können die heutigen Musiker des Tambourcorps Oberkirchen zurückblicken. Im Gespräch mit dieser Zeitung erklärt der Vorsitzende Hubertus Dohle, wie das gefeiert wird und warum es schwer geworden ist, Nachwuchs für das Spielmannswesen zu gewinnen.

Welche Musikrichtungen findet man in Ihrem CD-Regal?

Hubertus Dohle: Das ist gemischt. Natürlich Volks- und Blasmusik, aber auch deutsche Hits der 80er-Jahre.

Related content

Für das Tambourcorps opfern Sie schon seit mehr als 30 Jahren einen Teil Ihrer Freizeit – was motiviert Sie dazu?

Der Spaß am Vereinsleben und daran, Leute mit der Musik zu begeistern. Was wären Schützenfeste ohne Tambourcorps oder Spielmannszug? Wenn wir spielen, sehen wir immer, wie ein Lachen auf dem Gesicht der Zuhörer liegt.

Sie sind gebürtiger Grafschafter und wohnen seit vielen Jahren in Oberkirchen. Welche Verbindung besteht für Sie zwischen Musik und Heimat?

Musik gehört im Sauerland einfach zum Heimatgefühl dazu – ohne sie könnte ich mir das kulturelle Leben im Schmallenberger Sauerland gar nicht vorstellen. Wir spielen jedes Jahr allein bei fünf Schützenfesten – dadurch sind viele Freundschaften und auch schon einige Ehen entstanden.

Wie schwierig ist es, dafür Nachwuchs zu gewinnen?

Sehr schwer. Einerseits trifft auch uns der demografische Wandel, andererseits geht die Ausbildung in den Schulen mehr in Richtung Blasorchester, so dass sich viele Schüler eher den Jugendorchestern anschließen als zu uns zu kommen. Aber damit ein Tambourcorps beruhigt in die Zukunft blicken kann, muss man schon alle zwei Jahre einen neuen Ausbildungsgang beginnen, es bleiben ja auch nicht alle dabei, die anfangen. Grundsätzlich bilden wir aber an allen Instrumenten aus und haben dazu eigene Ausbildungsleiter.

Welche musikalischen Grundkenntnisse müssen Einsteiger mitbringen?

Gar keine, wir können bei Null anfangen. Das beste Alter, um einzusteigen liegt zwischen zehn und zwölf Jahren, die Ausbildung dauert etwa zwei bis drei Jahre.

Das Oberkirchener Tambourcorps feiert sein 111-jähriges Bestehen beim Freundschaftstreffen „Rund um den Wilzenberg“. Was erwartet die Gäste dann?

Das traditionelle Treffen aller Corps aus der Umgebung. Die Musiker spielen die Stücke, die sie in der Winterzeit neu einstudiert haben, und es gibt einen Festumzug. In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal einen Sonntag ausgewählt, in der Hoffnung, dass dann mehr Publikum kommt. Weil an dem Tag auch Muttertag ist, gibt es für die ersten 111 Mütter, die kommen, ein kleines Blumengeschenk.