Systemwechsel bei der Abfallentsorgung in Eslohe

Wer Sperrmüll entsorgt, muss dafür künftig eine Gebühr zahlen. Bisher gab es dafür keine eigene Gebühr
Wer Sperrmüll entsorgt, muss dafür künftig eine Gebühr zahlen. Bisher gab es dafür keine eigene Gebühr
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Gemeinde stellt 2016 die Abfallentsorgung um. Die Abfuhr von Sperrmüll wird jetzt kostenpflichtig, Grünschnitt muss zum Container gebracht werden.

Eslohe..  2016 wird, mit Auslaufen des bestehenden Vertrages, die Abfallentsorgung in Eslohe neu geregelt. Zur Vorbereitung hat der Gemeinderat nun die europaweite Ausschreibung beschlossen. Auf die Esloher Bürger kommt damit ein kompletter Systemwechsel zu: Sie müssen in einigen Bereichen bei der Müllabfuhr umdenken.

Mit Stimmen von CDU und FDP sind die Ausschreibung und die Umstellung beim Müll beschlossen worden. Die SPD stimmte dagegen. Im Mittelpunkt ihrer Kritik: Die geplanten Änderungen beim Grünschnitt und beim Sperrmüll.

Sperrmüll wird gebührenpflichtig

SPD-Fraktionschef Volker Frenzel warb in seinen Anträgen dafür, das bisherige Hol-System mit festen Terminen beim Grünschnitt beizubehalten. Künftig müssen die Bürger Grünschnitt zum Bauhof nach Bremke bringen. Die SPD sorgt sich um den „nicht mobilen Rentner“, der sein Grünzeug nicht wegbringen könne. Außerdem würden durch ein Bringsystem die Müll-Kosten nur vergleichsweise gering sinken. Beim Sperrmüll entfallen ab 2016 die bislang kostenfreien Abfuhren. Künftig werden Gebühren fällig, statt bislang vorgegebener Termine gibt es dafür innerhalb demnächst binnen vier Wochen die Abfuhr. Für Volker Frenzel ist das „ein zu großer Bruch zum alten System“. Die SPD wollte zwei Sperrmüllabfuhren weiterhin kostenfrei lassen. Ihre Befürchtung: Bislang landet in Eslohe kein Sperrmüll in der Landschaft, das könnte sich aber durch die Einführung von Gebühren ändern.

CDU und FDP dagegen sehen durch den Systemwechsel die Chance zu mehr Gerechtigkeit: Wer Sperrmüll entsorgen will, muss dafür bezahlen – also der tatsächliche Verursacher, und nicht wie bisher jeder Bürger über die Müllgebühren. CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Rochus Franzen sprach von einer „lenkenden Gebühr“. Würde man stattdessen zwei kostenfreie Abholungen anbieten, dann würde es Absprachen unter Nachbarn geben, und die Gebühr würde nie gezahlt.

Grünschnitt: Modell ist gescheitert

Selbstkritisch betrachteten CDU und FDP das bisherige Esloher Modell, den Grünschnitt abzuholen – eigentlich sei es doch gescheitert. Nur geringe Mengen seien abgeholt worden, dafür aber fielen hohe Kosten an. Klaus Schulte (CDU) verdeutlichte in Kurzform, wie das derzeit ablaufe: Samstags säubert man den Garten, dann bleibt der Haufen bis donnerstags zur Abfuhr liegen, mittwochs müsse der Haufen dafür dann gebündelt werden – und dann regne es und alles werde nass. „Wesentlich praxisnäher“ sei es künftig – „samstags in den Kofferraum, ab nach Bremke, und weg ist der Grünschnitt“. Acht Termine werden dafür künftig angeboten. Überlegt wird noch vier davon womöglich in anderen Orten der Gemeinde einzurichten.

Dr. Rochus Franzen hat die Hoffnung: „Insgesamt geringere Kosten werden zu der Akzeptanz eines Systemwechsels führen – auch, wenn ich als Bürger dafür selber etwas in die Hand nehmen muss.“ Und: Die Erfahrungen in anderen Kommunen zeige doch, dass dieses System angenommen werde.

Angesichts steigender Gebühren im Abfallbereich biete sich durch den Systemwechsel jetzt die Chance, um gegenzusteuern, meinte FDP-Fraktionschef Thorsten Beuchel: „Wir sind in der Pflicht, Modelle vorzulegen, die ein effektiveres Ergebnis ermöglichen.“

Was finanziell tatsächlich auf die Esloher zukommt, muss nun die Ausschreibung ergeben. Der SPD-Idee, eine alternative Ausschreibung zu starten, nur um Preise abzufragen, erteilte Kämmerer Michael Nemeita eine klare Absage: Das sei „rechtlich fragwürdig“.