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Straßenname als Würdigung

02.02.2012 | 16:21 Uhr
Straßenname als Würdigung
Waltraud Schreiner gründete den Freundeskreis Karachi. 1962 gab es erste Kontakte zwischen Freienohl und Karachi. Für ihr Engagement für die Leprahilfe im pakistanischen Karachi bekam sie zwei Bundesverdienstkreuze und einen Rosenkranz, persönlich überreicht von Papst Johannes Paul II. (Foto: Maike Rellecke)

Freienohl.   Nach Waltraud Schreiner soll in Freienohl eine Straße oder ein Platz benannt werden. Mit diesem Wunsch hat sich die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe in Münster an den Bezirksausschuss in Freienohl gewandt.

Nach Waltraud Schreiner soll in Freienohl eine Straße oder ein Platz benannt werden. Mit diesem Wunsch hat sich die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe in Münster an den Bezirksausschuss in Freienohl gewandt.

Waltraud Schreiner (rechts) und die bekannte Lepraärztin Dr. Ruth Pfau. Foto: DAHW

Damit, so ihr Sprecher Jürgen Belker-van den Heuvel, würde das Lebenswerk der im vergangenen Mai im Alter von 87 Jahren verstorbenen Freienohlerin „in gebührender Weise gewürdigt und in Erinnerung behalten“. Über den von ihr 1962 gegründeten „Freundeskreis Karachi“ hat Waltraud Schreiner in der ganzen Umgebung, in Deutschland und Europa Menschen gewinnen können, die die Arbeit der bekannten Lepraärztin Dr. Ruth Pfau in Pakistan unterstützten. Über vier Millionen Euro sammelte sie in den Jahren: „Als großes Vorbild christlicher Nächstenliebe und unersetzlicher Motor des Freundeskreises trug sie wesentlich mit dazu bei, dass in Pakistan über 50 000 Lepra- und Tuberkulosepatienten geheilt werden und die Lepra unter Kontrolle gebracht werden konnte.“ Waltraud Schreiner wurde für ihre Verdienste um die Leprahilfe 1982 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und 1990 mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet.

„Diese Frau hat es verdient, in irgendeiner Weise in Freienohl gewürdigt zu werden“, befand Ausschussmitglied Gerd Demmel. Benedikt Risse wiederum sagte: „Mir fallen drei, vier andere ein, die es verdient hätten, dass Straßen nach ihnen benannt würden.“

Doch es gibt zwei Probleme zu lösen – ein generelles und ein grundsätzliches. Generell nämlich sind, mangels neuer Baugebiete, in Freienohl auf absehbare Zeit hinaus gar keine Plätze und Straßen zu benennen. Und dann besteht das grundsätzliche Problem: „Es ist ein sensibles Thema“, so Bürgermeister Uli Hess.

Denn 1999 hatte sich der Mescheder Stadtrat eigentlich darauf verständigt, keine Straßen mehr nach Persönlichkeiten der Zeitgeschichte zu benennen. Grund dafür waren seinerzeit Vorbehalte gegen die Benennung der Schwester-Luziana-Straße in Meschede. Ein Hintertürchen ist offen: In begründeten Ausnahmefällen kann allerdings auch von dieser Regel abgewichen werden.

Vom Freienohler Bezirksausschuss wurde das Thema der Namensnennung erst einmal vertagt. Zunächst sollen weitere Informationen eingeholt werden.

Jürgen Kortmann

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Kommentare
03.02.2012
19:35
Straßenname als Würdigung
von westphalian-observer | #1

Es ist schon ein Treppenwitz der Geschichte, dass Herr Risse mit seinen nicht mal 30 Lenzen über ehrenhafte Menschen wie Frau Schreiner und ihr Lebenswerk urteilen darf. Seit Jahren in miefigen Ausschüssen und Arbeitskreisen rumzuschwabulieren ist jedenfalls keine Lebensleistung, die ihn heute dazu ausreichend befähigt.

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