„Stopp des Windkraft-Ausbaus“

Ihr Anliegen machen die Bödefelder schon seit Längerem direkt am Ortseingang deutlich: Sie wehren sich gegen die Pläne zur Errichtung von Windrädern am Habichtscheid.
Ihr Anliegen machen die Bödefelder schon seit Längerem direkt am Ortseingang deutlich: Sie wehren sich gegen die Pläne zur Errichtung von Windrädern am Habichtscheid.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Bürger aus Bödefeld wollen die Schmallenberger Stadtratsmitglieder zum Umdenken bewegen.

Bödefeld..  Die Bödefelder Windkraft-Gegner planen ihre bisher größte Veranstaltung: Morgen treffen sich Gleichgesinnte aus drei Bundesländern in der Schützenhalle, um sich Vorträge anzuhören und sich auszutauschen. Natürlich ist auch der Schmallenberger Verein für Umwelt- und Naturschutz dabei. Im Interview mit dieser Zeitung erklärt Vorstandsmitglied Markus Meyer, was er sich von dem Tag erhofft und was die weitere Strategie des Vereins ist.

Wie bewerten Sie die ersten Ergebnisse der Artenschutzprüfung?

Markus Meyer: Bei Bracht-Knüppelhagen scheint es so, als müsste das vorgesehene Gebiet zumindest verkleinert werden. Beim Habichtscheid in Bödefeld sind die Untersuchungen noch nicht so weit. Allerdings soll bereits ein Horst mitten in dem vorgesehenen Gebiet gefunden worden sein. Sollte sich herausstellen, dass dort Schwarzstörche nisten, wäre die Fläche für Windräder wahrscheinlich ungeeignet.

Was wollen Sie mit der Bürgerinitiative erreichen?

Unser definitives Ziel ist, dass es in Schmallenberg überhaupt keine Windkraft geben wird. Und auch deutschlandweit fordern wir ein Moratorium. Anfangs ging es uns noch um Abstände zu Wohnsiedlungen und so weiter – aber nachdem wir uns intensiver mit dem Thema beschäftigt und uns mit Experten ausgetauscht haben, sind für einen kompletten Stopp des Windkraft-Ausbaus.

Für wie realistisch halten Sie das?

Das ist eine gute Frage – es ist auf jeden Fall eines der am heißesten diskutierten Themen in ganz Deutschland. Überall sprießen neue Bürgerinitiativen aus dem Boden. Von daher sehe ich unsere Chancen gar nicht so schlecht, dass wir in der Politik noch einen Richtungswechsel bewegen können. Dafür kämpfen wir schließlich schon seit zweieinhalb Jahren.

Was erhoffen Sie sich vom Infotag am Samstag?

Davon erhoffe ich mir eine ganze Menge an Aufklärung. Vor allem diejenigen, die sich noch nicht umfassend mit dem Thema beschäftigt haben, werden denke ich spannende und neue Erkenntnisse mitnehmen können. Die vier Redner, die wir eingeladen haben, sind absolut spitze auf ihrem Gebiet.

Da liegt es allerdings nahe, Ihnen zu unterstellen, dass Sie nur Gäste einladen, die ausschließlich gegen Windkraft plädieren.

Das ist auch so – natürlich. Wir kämpfen ja für eine bestimmte Sache und holen Leute zu uns, die in unserem Sinne argumentieren. Aber das machen wir, weil wir es auch für den richtigen Weg halten. Und aus meiner Sicht alle Fakten für uns sprechen.

Wie ist die allgemeine Stimmung unter den Schmallenbergern?

Speziell in Bödefeld ist die Stimmung eindeutig. Der Großteil der Bürger ist klar dagegen. Die Stimmung in ganz Schmallenberg kann ich schwer einschätzen. Ich glaube bisher setzen sich hauptsächlich diejenigen damit auseinander, die in der Nähe einer möglichen Windvorrangzone leben.

Was sind die weiteren Schritte der Initiative?

Wir haben Ende des vergangenen Jahres unsere Einwendungen bei der Bezirksregierung eingereicht. Seitdem warten wir auf eine Reaktion. Wir haben bisher weder eine Eingangsbestätigung bekommen, noch eine Information darüber, was mit unseren Einwendungen weiter geschieht. Ansonsten werden wir weiterhin versuchen, auf die Stadtratsmitglieder einzuwirken und auch die Artenschutzgutachten im Blick behalten.