„Stolz, ein Sauerländer zu sein“

Meschede..  Sportlich war er bis ins hohe Alter, hat auf Gott vertraut - und immer gern gelacht. „Aber dass ich mal 100 Jahre alt werde, damit hätte ich nie gerechnet“, sagt Pfarrer i.R. Robert Beule. Am heutigen Mittwoch feiert der ehemalige Pfarrer von St. Walburga und Paderborner Domkapitular seinen 100. Geburtstag.

Seit einigen Jahren lebt er im St.-Elisabeth-Seniorenzentrum. Die Augen hatten ihn schon vor längerer Zeit im Stich gelassen, das Gehör ist nicht mehr gut und zu groß soll die Anstrengung heute auch nicht für ihn werden. Aber der ehemalige Pfarrer scheint mit sich im Reinen. „Der liebe Gott hat mir viele Begabungen mitgegeben“, sagt er im Rückblick. „Und Sauerländer zu sein, darauf bin ich bis heute stolz.“

1915 in Bad Fredeburg als drittjüngstes von insgesamt neun Geschwistern geboren, ist Robert Beule immer schon aufgeweckt. Schule fällt ihm leicht, Sport liebt er. „Ich war der Erste von meinen Geschwistern, der Skier bekam.“ Und sicher auch der letzte, der auf Skiern stand, denn noch mit weit über 90 - und fast blind - fährt er mit Freunden einmal im Jahr zum Langlauf.

Nah bei den Menschen zu sein, das ist ihm dann als Priester wichtig. Die Familien in seinen Gemeinden - in Warburg, Dortmund-Hörde und von 1962 bis 1987 in Meschede kennt er persönlich und besucht sie regelmäßig. Er hat großes Zutrauen zu den Laien und einen Blick dafür, wer in seinem Bereich Verantwortung übernehmen kann.

Der Einsatz für die Kolpingsfamilie, für die Jugendarbeit und die Förderung der Caritas zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Viele Freundschaften entstehen darüber, die er auch bis ins hohe Alter pflegt. Eine besondere Freundschaft verbindet ihn mit Prälat Josef Luhmann, der - selbst auch schon 87 - am heutigen Ehrentag erwartet wird. Bis vor wenigen Jahren noch besuchte Pastor Beule ihn regelmäßig zu Libori und fuhr dafür im Marktwagen der Familie Höppner bis nach Paderborn.

Der Schalk blitzt durch

Humorvoll ist er immer gewesen und bis heute blitzt der Schalk durch, wenn er erzählt. Aber er ist auch ein ernster, geistlich bestimmter Gesprächspartner, der aus dem katholischen Glauben heraus und aus seiner Sauerländer Herkunft denkt, lebt und handelt.

Natürlich hat er in seiner Zeit - wie die meisten Pfarrer - gebaut und damit sichtbare Spuren hinterlassen. Doch mit der St.-Walburga-Pfarrkirche verbindet ihn besonders viel. Die Ausgrabungen hat er persönlich begleitet und fotografiert, jahrelang noch Gruppen durch die Kirche geführt. Schon vor vielen Jahren setzte ihm seine Gemeinde ein Denkmal: Den Kapellen-Anbau an die Walburga-Kirche tauften die Mescheder liebevoll die „Beule“.