Städte mieten für Flüchtlinge Wohnungen an

Was wir bereits wissen
Planung ist in Meschede, Eslohe, Bestwig und Schmallenberg angesichts kurzfristiger Zuweisungen schwierig.

Meschede/Eslohe/Bestwig/Schmallenberg..  Ein großes Problem: Es wird kurzfristig zugeteilt. Drei, manchmal auch nur zwei Tagen vorher, erfahren die Kommunen, dass sie neue Flüchtlinge unterbringen müssen. Kommen mehrere Einzelpersonen? Oder Familien? Mit Vorlauf lässt sich das nicht wirklich planen. Die Bezirksregierung Arnsberg entscheidet darüber. Wir schauen auf die Situation in Meschede, Eslohe, Bestwig und Schmallenberg.

Meschede

In der Kreisstadt selbst leben mehr als 170 Flüchtlinge, die Zahlen schwanken. „Für die Unterbringung stehen – zumindest kurzfristig – noch ausreichend Möglichkeiten zur Verfügung“, sagt Pressesprecher Jörg Fröhling. Die Stadt Meschede schaue aber ständig auf den Wohnungsmarkt und sei bestrebt, neue Immobilien – sowohl Mehrfamilienhäuser wie auch einzelne Wohnungen – anzumieten. „Das ist allein schon deshalb notwendig, weil diese Zuweisungen eben sehr kurzfristig erfolgen“, berichtet er.

Noch kann in Meschede der kurz- und mittelfristige Bedarf am Wohnungsmarkt gedeckt werden. Bis Jahresende will die Stadt zudem ein Handlungskonzept erstellen – sie muss sich wappnen: Müssen Turnhallen belegt werden? Müssen Pensionen angemietet werden? Müssen irgendwann doch Container aufgebaut werden?

„Neben den sicherlich spürbaren Herausforderungen, die die hohen Flüchtlingszahlen mit sich bringen, sind umgekehrt auch die Chancen zu sehen“, sagt Fröhling zugleich: „Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sind wir im heimischen Raum auf Zuzug von Menschen angewiesen.“ Wichtig sei es, diesen Menschen eine Perspektiven aufzuzeigen.

Eslohe

Als „gespannt entspannt“ bezeichnet Eslohes Bürgermeister Stephan Kersting die Unterbringungssituation der Flüchtlinge in seiner Gemeinde. Für die derzeit 68 Flüchtlinge reiche der Platz in den Unterkünften derzeit aus. Dabei handele es sich aber lediglich um eine Momentaufnahme, betont Kersting. Daher sei man weiterhin bemüht, zusätzlichen Raum zu schaffen. Zusätzlich zu den Unterkünften im Esloher Schlesierweg (37 Plätze) und im Sylbkeweg in Wenholthausen (36 Plätze) bietet auch das Kurhaus weiteren Raum für bis zu 16 Flüchtlinge. Weitere 20 Plätze sollen dort bis zum Ende des Sommers geschaffen werden - in leerstehenden Praxis-Räumen. Dabei handelt es sich allerdings nur um eine Übergangslösung. Denn: Geplant ist in den kommenden Jahren ein Umbau des Kurhauses in altersgerechte Wohnungen. Dann fällt das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft wieder weg. Der Großteil der in Eslohe untergebrachten Flüchtlinge stammt aus Syrien. Zuletzt hat eine vierköpfige Familie aus der Mongolei eine der Flüchtlingsunterkünfte bezogen.

Bestwig

In der Gemeinde Bestwig beziehen nach Angaben von Pressesprecherin Angelika Beuter 103 Personen Leistungen nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz. Untergebracht sind sie in drei gemeindeeigenen Gebäuden mit insgesamt 18 Wohnungen, in elf von der Gemeinde Bestwig angemieteten Wohnungen sowie in sechs privat angemieteten Wohnungen. Derzeit, so Beuter, liege keine Prognose über die Anzahl weiterer Zuweisungen vor. Somit sei zurzeit keine Aussage möglich, ob die Unterkünfte langfristig ausreichend sind und weitere Wohnungen benötigt würden. „Durch Wegzüge von Personen werden immer mal wieder Wohnungen frei, die aufgrund neuer Zuweisungen wieder belegt werden“, so Angelika Beuter.

Schmallenberg

Auf der Suche nach weiteren möglichst großen Unterkünften ist die Stadt Schmallenberg. Rund 190 Asylbewerber leben hier, die Zahl steigt seit Jahren immer weiter an. Schmallenbergs Bürgermeister appelliert an die Landesregierung, die Zuweisung der Asylbewerber an die Kommunen genauer zu prüfen. „Die Kernkompetenz der Kommunen ist Integration“, sagt Bernhard Halbe. „Wir werden durch viele Fälle belastet, die von vorneherein aussichtslos erscheinen.“ Damit nimmt er Bezug auf die Asylbewerber, deren Anträge wenig Erfolgschancen haben, weil sie aus Ländern kommen, die als sicherer Herkunftsort gelten.