Stadtforst wird nachhaltig bewirtschaftet

Meschede..  „Dieser Wald ist anders“, heißt es auf dem Schild, das symbolisch für rund 2400 Hektar Stadtwald in der Kreis- und Hochschulstadt Meschede steht. „Anders“ bedeutet in diesem Fall, dass der Wald nach den strengen Kriterien des PEFC zertifiziert ist. PEFC ist -- vereinfacht ausgedrückt – eine Art „Wald-TÜV“ und das weltweit größte unabhängige System, um eine nachhaltige Waldbewirtschaftung sicherzustellen.

Die Abkürzung steht dabei für die englische Bezeichnung „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“, also ein „Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen“. Hinter dem etwas sperrigen Begriff verbirgt sich ein ganzes System von Regeln, das den kompletten Bereich vom Wald bis hin zum fertigen Endprodukt aus Holz umfasst. Seit dem Jahr 2001 ist der Stadtforst bei PEFC „dabei“ - in einem so genannten „Audit“ wurde jetzt überprüft, ob und wie in Meschede die PEFC-Grundsätze eingehalten werden. Ergebnis: Die Bewirtschaftung des Stadtforstes entspricht in vollem Umfang den geforderten Regeln.

Genaue Untersuchungen

„Auditor“ und PEFC-Fachmann Niels Plusczyk hat den Stadtforst dabei einen Tag lang quasi „auf Herz und Nieren“ geprüft. Dabei waren Theorie und Praxis gleichermaßen im Blick: Bewirtschaftungsplan und Hiebsätze wurden ebenso untersucht wie das konkrete Erscheinungsbild des Waldes. „Wie sieht ein Wald nach Durchforstungen aus, wie werden Erntemaschinen eingesetzt, wie breit sind Rückegassen?“, seien nur einige Aspekte, auf die es ankommt, erläutert Niels Plusczyk. Das Prüfsystem umfasst ebenso Aspekte der Sicherheit - durchaus auch im sozialen Bereich: „Funktionieren Sicherheitssysteme und Rettungskette für die Forst-Mitarbeiter, werden sie nach Tarif entlohnt?“

Gerade der ganzheitliche Ansatz sei die Stärke des PEFC-Systems, meint auch Stadtförster Roland Wiese: Die forstliche Nachhaltigkeit stehe ebenso im Fokus wie die biologische Vielfalt, die Schutzfunktion des Waldes und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. All das seien Aspekte, die wichtig seien, um einen Forst in all seinen Zusammenhängen weiterentwickeln zu können. Auch die Jagd ist dabei ein Faktor - Roland Wiese: „Wenn jetzt zum Beispiel nicht ausreichend bejagt wird, entstehen in einem Forst Schäden, die Jahrzehnte lang Auswirkungen auf Ökologie und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen haben.“ Deshalb gehe es auch gar nicht um das Zertifikat: „Es geht darum, etwas für den Wald zu tun.“

Bessere Marktchancen

Dass der Stadtforst dabei „auf Kurs“ ist, haben Stadtkämmerer Jürgen Bartholme und Stadtförster Roland Wiese nun schriftlich. Weiterer Vorteil: Das PEFC-Zertifikat verbessert die Marktchancen für das Holz „made in Meschede“. Deshalb rät Roland Wiese auch den Verbrauchern dazu, beim Kauf von Holzprodukten wie Möbeln, Baumaterialien oder Papier auf den PEFC-Hinweis zu achten: „Nur wer lückenlos nachweisen kann, dass die verarbeiteten Rohstoffe aus naturnah bewirtschafteten Wäldern stammen, erhält dieses Siegel.“