Stadt nicht durch Prunk lebenswert

Kahlschlag am Ittmecker Weg..  Oder: Was macht Meschede lebenswert?


Lieben Sie die Natur, das frische Grün im Frühling, den Gesang der Vögel, das Rauschen des Windes in den Blättern? Schön, wenn es das in Ihrer Stadt noch gibt. Wenn allerdings die „Ritter der Motorsägen“ am Werk waren, nahezu alles abgeholzt haben, wie hier zwischen Ittmecker Weg und Rehweg, dann ist es vorbei mit dieser Freude. Vorbei auch mit Lebensraum für Vögel und andere Kleintiere.


Sinnvolle Durchforstung, nicht mit denen. Da wird radikal gewütet. Begründung: Es wächst ja wieder nach. Empfehlung bei dieser „geistigen“ Haltung: Selbst und mit Ehefrau zum Frisör, Glatzen schneiden lassen: Wächst ja wieder nach und billiger ist es auch, da der nächste Haarschnitt erst in weiter Ferne. Eine Stadt wird nicht nur durch Prunk- und Vorzeigeprojekte lebenswert, sondern durch die Freuden, die eine gute Umgebung vermittelt. Dazu gehören auch das Grün der Bäume und Büsche, das Gefühl von Natürlichkeit usw. Stattdessen: Kahlschlag, rücksichtsloser Umgang mit der Natur. Wer so etwas macht, die Natur nicht liebt, liebt auch die Tiere und Menschen nicht. Da spielt es keine Rolle mehr, dass teils die abgeschnittenen Bäume, Sträucher und Äste liegen gelassen worden sind. Begründung: Es haben ja schon Anwohner Äste da hingelegt: Hallo??? Es sieht aus wie eine verödete, zerstörte Landschaft, einfach trist.


Herr Bürgermeister, ist das Ihre Vorstellung einer lebens- und liebenswerten Stadt? Wenn Ihnen das Wohlfühlen der Menschen wichtig ist, dann verhindern Sie diesen Unsinn in Zukunft. Eine Stadt braucht mehr als ein Einkaufszentrum, eine betonierte Prachtstraße und eine „Himmelsleiter“. Sie braucht lebenswerten Raum für ihre Bewohner, jeden Tag, und keine kahl geschlagenen Hänge. Ich möchte zu dem Ganzen noch Clemens Kuby, Mitbegründer der Grünen, zitieren: „Unser Hirn ist noch lange nicht ausgeschöpft und wird vermutlich nie auszuschöpfen sein. Wie wir dieses wunderbare Instrument bisher nutzen, verletzt die Würde des Menschseins. Denn so viel Dummheit, wie der Mensch produziert, schafft kein anderes Wesen.“

Werner Geiger
, Meschede