Stadt Meschede setzt auf neue Energien
05.02.2012 | 15:56 Uhr 2012-02-05T15:56:00+0100
Meschede. Die Stadt Meschede feilt an einem eigenen Energiekonzept. Für die Verwaltung ist es eine komplett neue Aufgabe. Für die praktische Umsetzung hat die Stadt einen Raumplaner engagiert.
Die Stadt Meschede feilt an einem eigenen Energiekonzept. Mit dem Diplom-Ingenieur Sebastian Matz verstärkt seit Jahresbeginn ein Raumplaner die Stadtverwaltung. Er wird sich speziell um Fragen des Klimaschutzes und der Energieversorgung kümmern. Für die Verwaltung ist es eine komplett neue Aufgabe.
Der Stadtrat hatte im September den Beschluss gefasst, sich für die Energiewende kommunal zu engagieren. Für die praktische Umsetzung sicherte sich die Verwaltung den Sachverstand von Sebastian Matz, der an der Universität in Dortmund Raumplanung studiert hat und sich auf Klimaschutz spezialisierte. Seine Stelle ist auf zunächst fünf Jahre befristet.
Ziel ist es, sagt Fachbereichsleiter Martin Dörtelmann, „eine Gesamtstrategie für die Stadt zu basteln, die wiederum in eine kreisweite Lösung hineinpasst“. Sein neuer Kollege arbeitet sich jetzt schrittweise in die Thematik ein. Zu den Teilaspekten gehört die Frage, ob und wo die Stadt großflächige Photovoltaik-Anlagen zulassen will. Sie sind durch die Vergütungsregelungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes für Investoren lukrativ geworden.
Dazu liegen seit dem November im Rathaus auch zwei Anfragen vor: Entstehen sollen die schräg stehenden Module, so die ersten Voranfragen, am Hang südlich von Eversberg (zwischen der A 46 und der Kreisstraße 45 Richtung Wehrstapel, derzeit als Rinderwiese genutzt), sowie nördlich von Stockhausen (zwischen der A 46 und dem Dorf, derzeit für Weihnachtsbaumkulturen genutzt). Sicher scheint, dass sich im Mescheder Stadtgebiet wegen erforderlicher Abstandsflächen solche Standorte entlang der Autobahn anbieten – denn dort müssen nur 40 Meter Abstand vom Rand der Standspur eingehalten werden.
Grundsätzlich begrüßt der Stadtrat die Errichtung großer Photovoltaikanlagen – wenn das Landschaftsbild nicht unzumutbar beeinträchtigt wird. Die Anlage zwischen Wehrstapel und Eversberg würde auf 100 Meter von der Kreisstraße aus sowie von der Siedlung im Nierbachtal aus einsehbar sein, die Anlage bei Stockhausen vom Schönberg bei Schüren. Sebastian Matz soll nun Flächenstandorte prüfen. Erst dann soll es einen politischen Grundsatzbeschluss zu Flächenausweisungen geben, der wiederum die nötigen Bebauungspläne ermöglicht.
12:51
Dann bleibt nur zu hoffen, dass die alte Atom-Partei FDP mit ihrem Herrn Wirtschaftsminister und Vizekanzler weiterhin bei den fulminanten 3% Wählergunst verharrt. Der würde die Photovoltaik-Förderung gerne soweit einschränken, dass sich der neue Raumplaner der Stadt Meschede sonst schnell einen anderen Aufgabenbereich suchen müsste. Aber dass Herr Rösler sich durchsetzt, ist - wie in so vielen politischen Fragen - wohl nicht zu erwarten.