Staatsanwaltschaft will gegen Sensburg ermitteln

Meschede..  Es ist der 15. Dezember, als es am Vormittag in der Berliner Wohnung des CDU-Abgeordneten Patrick Sensburg zu einem Streit kommt. Der Politiker gerät mit seiner Freundin aneinander – wie sehr, darüber gibt es unterschiedliche Angaben. Die Staatsanwaltschaft will jetzt ermitteln, ob Sensburg eine Körperverletzung begangen haben könnte. Nach Informationen unserer Zeitung will sie heute beantragen, Sensburgs Immunität aufheben zu lassen. Sollte der zuständige Ausschuss im Bundestag zustimmen, verlöre er seinen Schutz vor Strafverfolgung. Politisch würde er zusätzlich unter Druck geraten.

Politik und Privatleben versucht Sensburg normalerweise zu trennen. In diesem Fall geht es jedoch um beides: Nach dem Streit an jenem Vormittag lässt sich die Freundin des Abgeordneten zur Polizeiwache Berlin-Mitte fahren. Sie erstattet Anzeige gegen ihren Lebensgefährten. Danach lässt sie sich ärztlich untersuchen und ihre Verletzungen dokumentieren. Später aber zieht sie die Anzeige zurück. Die beiden sind wieder ein Paar.

Die Unterlagen des Krankenhauses sieht die Staatsanwaltschaft aber offensichtlich als Grundlage für ihre geplanten Ermittlungen. Sensburgs Freundin müsste in einem möglichen Verfahren nicht aussagen: Sie ist inzwischen mit dem Politiker verlobt und hat damit ein Zeugnisverweigerungsrecht.

Sensburg wollte sich gestern zu der neuerlichen Entwicklung nicht äußern. Nach Informationen unserer Zeitung versucht er zugleich gegen Artikel der Bild-Zeitung vorzugehen. Dort waren Details zu Verletzungen und verschiedene Aussagen veröffentlicht worden, die Sensburg als unkorrekt ansieht.