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St.-Georg-Krankenhaus in Bad Fredeburg meldet Insolvenz an

28.09.2012 | 09:00 Uhr
St.-Georg-Krankenhaus in Bad Fredeburg meldet Insolvenz an
Das St.-Georg-Krankenhaus in Bad Fredeburg hat Insolvenz angemeldet.Foto: Achim Keiper

Bad Fredeburg.   Die St.-Georg-Krankenhaus GmbH in Bad Fredeburg hat beim Amtsgericht Arnsberg die Eröffnung des Insolvenzverfahrens wegen drohender Zahlungsunfähigkeit beantragt. „Der Betrieb läuft uneingeschränkt weiter“, heißt es in der Pressemitteilung. Die 148 Mitarbeiter, die über diesen Schritt informiert wurden, bangen jetzt aber um ihre Zukunft.

„Am Mittwoch hat es noch ein Gespräch mit einem potenziellen neuen Träger gegeben“, erklärt Geschäftsführer Dr. Hans-Peter Schlaudt. „Dieser wollte das Krankenhaus unter den aktuellen Bedingungen aber nicht übernehmen.“ Nach dieser Absage sah sich die Geschäftsführung zu dem Schritt in die Insolvenz gezwungen.

Neuausrichtung

Das St.-Georg-Krankenhaus mit 90 Betten sei seit mehreren Jahren defizitär. Nachdem die Johannesbad-Gruppe das Krankenhaus zum 1. Januar 2012 von der AKG-Kliniken-Gruppe übernommen hatte, wurde das St.-Georg-Krankenhaus zum Zwecke der Neuausrichtung rechtlich und wirtschaftlich verselbstständigt. Das Krankenhaus wurde entschuldet und von den Gesellschaftern mit einer Finanzspritze in Höhe von zwei Millionen Euro ausgestattet.

Medizin
Moderne Technik

Das St.-Georg-Krankenhaus in Bad Fredeburg hat endlich einen Computer-Tomographen.

„Trotz dieses großen finanziellen Aufwands ist es uns nicht gelungen, schwarze Zahlen zu schreiben“ , sagte Dr. Schlaudt. Ein hoher Kostenfaktor seien zum Beispiel die hohen Gehälter für Honorarärzte. Die sich zunehmend verschlechternden Personalsituation für Fachpersonal und Ärzte bereitet der Klinik große Probleme.

Insolvenzverfahren bedeutet nicht die Schließung

Das Insolvenzverfahren bedeute aber nicht die Schließung des Krankenhauses. Vielmehr arbeite die Geschäftsführung mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter eng zusammen, um eine zukunftsfähige Lösung für den Erhalt des Krankenhauses zu finden.

„Im Insolvenzverfahren eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten für das Krankenhaus und auch für die Gesellschafter“, sagt Dr. Schlaudt. Er sieht in diesem Schritt eine Chance, das Krankenhaus neu auszurichten. „Es geht nur mit einem neuen Träger und mit einem neuen Konzept“, betont er und deutet an, dass es einen Interessenten gebe. In sechs bis acht Wochen habe man neue Erkenntnisse.

Noch keine Auskunft über Abbau von Arbeitsplätzen

Ob es mit der Insolvenz zu einem Abbau von Arbeitsplätzen kommt, dazu konnte Dr. Schlaudt noch keine Stellungnahme abgeben. Der vorläufiger Insolvenzverwalter, Dr. Axel Kampmann aus der Kanzlei Husemann & Partner, werde sich am Freitag um 13 Uhr den Mitarbeitern des St.-Georg-Krankenhauses vorstellen und das weitere Prozedere besprechen.

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Kommentare
12.10.2012
05:44
St.-Georg-Krankenhaus in Bad Fredeburg meldet Insolvenz an
von Miroslav | #1

Als ich vor exakt 30 Jahren mit meiner Familie in das romantische, schnuckelige und aufstrebende Schieferstädtchen Bad Fredeburg zog, da war dort die Welt noch in Ordnung, weil wir blühende Landschaften vorfanden. Eine Vielzahl von kleinen Einzelhandelsgeschäften deckten den täglichen Bedarf, die Fachkliniken etablierten sich als Wirtschaftskraft, der Tourismus entwickelte sich stetig, das St. Georg Krankenhaus hatte einen guten Ruf und einen kirchlichen Träger und die ansässigen zwei Kirchengemeinden mit ihren überaus aktiven Seelsorgern prägten den Ort und die dort lebenden Menschen.

Das alles ist Geschichte. In Bad Fredeburg 21 ticken die Uhren mittlerweile ganz anders. Die Goldgräber- und Aufbruchstimmung ist verflogen, Frustration und Resignation machen sich breit. Die Gründe liegen auf der Hand. Immer mehr Einzelhandelsgeschäfte stehen leer, die Gastronomie am Boden, die evangelische Kirche steht zum Verkauf, Schlecker ist pleite und nun hat auch noch zu allem Überfluss das St.

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