SSV Meschede droht Bußgeld nach Randale beim Hallenmasters

Es herrschte nicht nur Stimmung in der Halle - es gab auch Randale.
Es herrschte nicht nur Stimmung in der Halle - es gab auch Randale.
Foto: Tobias Aufmkolk
Nach den Fan-Ausschreitungen beim 19. Veltins-Hallenmasters in der Dünnefeldhalle droht dem SSV Meschede ein Bußgeldverfahren. Ein Teil der Auflagen sollen nicht eingehalten worden sein. Das prüft nun die Stadt Meschede.

Meschede.. Die Stadt Meschede geht Hinweisen nach, wonach der SSV Meschede als Veranstalter des Fußball-Turniers in der Dünnefeldhalle einen Teil der Auflagen nicht eingehalten hat. Nach Informationen unserer Redaktion soll der Verein die geforderte Zahl an ­Security-Mitarbeitern eigenmächtig reduziert haben.

Gelegenheit zur Stellungnahme

Neben 20 ehrenamtlichen Ordnern waren in der Genehmigung durch die Stadt Meschede 22 Security-Mitarbeiter für das tradtionelle Hallenturnier vorgeschrieben worden. Es liegen allerdings Hinweise vor, dass die Zahl einen Tag vor der Veranstaltung auf 14 bis 16 reduziert worden ist. „Wir prüfen, ob Verstöße gegen die Genehmigung vorliegen“, sagte Jörg Fröhling, Pressesprecher der Stadt Meschede. Dem SSV werde jetzt ­Gelegenheit zu einer Stellungnahme gegeben.

Laut Bremer alle Auflagen eingehalten

Dessen Vorsitzender der Abteilung Fußball, Rafael Bremer, beteuerte, dass alle Auflagen seines Wissens nach eingehalten worden seien. Er zeigte sich entsetzt darüber, „wie sich das Gewaltpotenzial im Fußball verändert hat“. Da reiche bereits eine kleine Gruppe an Randalierern, um ein Turnier zu beschädigen. „Der Fußball wird missbraucht“, klagte Bremer. Er plädierte dafür, jetzt nicht die „Schuldfrage“ zu stellen: Ein paar Security-Mitarbeiter mehr oder weniger hätten die Auseinandersetzungen nicht verhindern können.

Anhänger des Regionalligisten KFC Uerdingen waren es, die während des Turniers auf Fans von ­Fortuna Düsseldorf losgegangen waren. Für Rudolf Figgen, Leiter der Polizeiwache Meschede, kam die Randale nicht vollkommen überraschend: „In der ersten bis dritten Liga wird heute mit massivem Polizei-Einsatz gearbeitet, da besteht für Hooligans kaum noch eine Chance, sich zu prügeln. Daher verlagern sich die Auseinandersetzungen zunehmend in die unteren Ligen. Allerdings lagen für das Mescheder Turnier keine Hinweise für die Anreise gewaltbereiter Fans aus dem Rheinland vor, weil man dort davon ausging, dass sie zu einer Veranstaltung ins Rheinstadion gehen würden.“

Angriff auf Hundeführer der Polizei

Zunächst habe der SSV Meschede sogar mit dem VfB Oldenburg und dem SV Meppen geplant – da habe die Polizei auf ein anderes Teilnehmerfeld gedrängt. Die beiden Vereine stehen sich in ihrer Rivalität in etwa wie Schalke und Dortmund gegenüber. Jetzt kam es zu Attacken unter den Rheinländern – „bis hin dazu, dass sogar ein Hundeführer von Betrunkenen angegriffen wurde.“ Nach Ansicht von Figgen müssten jetzt Verein, Politik und Hauptsponsor überlegen, wie es mit dem Turnier weitergehen solle.