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Spürbarer Unmut über Reformen

27.08.2012 | 22:00 Uhr
Spürbarer Unmut über Reformen
Unmut aus der Versammlung: Landwirt Josef Wilmers aus Remblinghausen zum Beispiel forderte von Pfarrer Eickelmann, dass die heilige Messe wieder am Sonntag stattfindet.Foto: Frank Wiesemann

Bestwig/Meschede.   Mit einer Informationsveranstaltung begann nun offiziell der Orientierungsprozess des katholischen Pastoralen Raums Meschede-Bestwig. Die erste Debatte zwischen dem Seelsorgeteam und engagierten ehrenamtlichen Mitgliedern sämtlicher Pfarrgemeinden war allerdings für die Teilnehmer ein Wechselbad aus Niedergeschlagenheit und mitunter zornigen Ausbrüchen.

Mit einer Informationsveranstaltung begann nun offiziell der Orientierungsprozess des katholischen Pastoralen Raums Meschede-Bestwig. Die erste Debatte zwischen dem Seelsorgeteam und engagierten ehrenamtlichen Mitgliedern sämtlicher Pfarrgemeinden war allerdings für die Teilnehmer ein Wechselbad aus Niedergeschlagenheit und mitunter zornigen Ausbrüchen.

Im Festsaal der St. Andreas-Schützenbruderschaft Velmede-Bestwig ging es um nichts weniger als den Beginn „des Suchprozesses des großen Pastoralen Raums Meschede“. In den nächsten zwei Jahren ist nun ein zukunftsfähiges Konzept mit Planungshorizont bis zum Jahr 2030 zu finden. Zum ersten Mal hatte Pfarrer Günter Eickelmann, Leiter des Pastoralen Raums, dazu die 320 Mitglieder der Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte sowie die Küster der 17 katholischen Pfarreien der Region Meschede-Bestwig - sozusagen die engagierte Spitze der rund 29 000 Katholiken in Meschede und Bestwig - zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. 120 Delegierte der Laien kamen zum Auftakt.

„Wir erreichen nur zehn Prozent“

Thomas Klöter, koordinierender Leiter der Hauptabteilung Pastorale Dienstes des Generalvikariats, zeigte auf, dass die katholische Kirche in Meschede und Bestwig während der letzten drei Jahrzehnte bereits etwa ein Fünftel ihrer Mitglieder sowie mehr als die Hälfte der Gottesdienstteilnehmer verloren hat. Zu erwarten sei, dass sich dieser Negativtrend fortsetzen wird. „Heute erreichen wir nur zehn Prozent der Katholiken“, so das Fazit von Klöter: „Die Gestalt von Kirche wird sich in den nächsten Jahren komplett ändern, ob das Bistum etwas macht oder nicht.“

Anstatt jedoch über die zukünftigen Schwerpunktthemen zu sprechen, nutzten einige Gläubige diese Chance, ihren Unmut Pfarrer Eickelmann entgegenzurufen: „Wir wünschen ernst genommen zu werden!“ „Die Kommunikation muss verbessert werden!“ „Wir wollen wieder eine Bezugsperson!“ „Wir wollen konkrete Informationen!“ So lauteten einige der vielfach durch „Kirchturmdenken“ geprägten Forderungen der Katholiken aus Remblinghausen, Meschede, Calle, Ramsbeck oder Ostwig an Eickelmann.

Nächster Schritt ist die Konstituierung einer Projektgruppe für die Steuerung des jetzt in Velmede begonnenen zweijährigen Prozesses.

Strukturen auf dem Prüfstand

Im ersten Jahr soll in Gremien und Veranstaltungen die Situation der katholischen Kirche in Meschede und Bestwig analysiert werden, worauf dann die eigentlichen Planungen folgen. Im Sommer 2014 will das Team von Pfarrer Eickelmann wissen, was an Zielen, Maßnahmen, Projekten aber auch Festsetzungen zu verfügbaren Mitarbeitern, rechtlichen Strukturen sowie zu Traditionen, Gebäuden und Finanzen definiert werden soll. Als Schwerpunkte stehen schon jetzt die Weitergabe des Glaubens und die Sicherung der Seelsorge fest.

Die Entscheidungen werden eingehen in eine von allen Gemeinden zu unterzeichnende Pastoralvereinbarung. „Es wird ein komplexer, mühsamer Weg sein“, erklärte der Gemeindeberater. Die Veranstaltung zeigte, dass dieser Prozess energiegeladen sein dürfte.

Von Frank Wiesemann



Kommentare
28.08.2012
21:12
Spürbarer Unmut über Reformen
von auchkatholisch | #1

Man kann nur staunen, wie so mancher "PV-Leiter" mit seiner Politik des "Vogel friss oder stirb" mit dem Segen des EBO die Katholische Kirche in den Abgrund führt. Zweifellos nicht nach christlichen, sondern nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten optimiert.

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