Spritzen in Toilette

Die Situation am Busbahnhof mit dem Toilettenhäuschen. Dort waren Spritzen in großer Zahl gefunden worden. Die Bahnhofsklientel ist daraufhin mal wieder gezielt angesprochen worden - und zurzeit verschwunden
Die Situation am Busbahnhof mit dem Toilettenhäuschen. Dort waren Spritzen in großer Zahl gefunden worden. Die Bahnhofsklientel ist daraufhin mal wieder gezielt angesprochen worden - und zurzeit verschwunden
Foto: WP
Was wir bereits wissen
In der öffentlichen Toilette am Busbahnhof in Meschede sind Spritzen gefunden worden. Die Polizei nahm daraufhin ihre Klientel im Umfeld gezielt unter die Lupe.

Meschede.. Der Fund alarmierte Polizei und Ordnungsamt: Mehrere Dutzend Spritzen hat die Polizei bei einem ihrer regelmäßigen Kontrollgänge in der öffentlichen Toilette am Busbahnhof gefunden. Sollte das WC-Häuschen tatsächlich - so wie es immer mal in der Öffentlichkeit vermutet wird - regelmäßig von Junkies genutzt werden, die sich dort harte Drogen spritzen? „Relativ bald war klar, das konnte unmöglich alles auf einmal konsumiert worden sein“, berichtet der Leiter der Polizeiwache Rudolf Figgen. „Da hatte jemand seine alten Spritzen entsorgt.“

Trotzdem haben sich Polizei, Kreisgesundheitsamt und Ordnungsamt im Anschluss zu einem runden Tisch getroffen. „Wir haben beschlossen, unser Klientel noch mal gezielt zu kontrollieren und anzusprechen“, sagt Figgen. Immerhin sei der Busbahnhof auch viel von Schülern frequentiert und da gelte es, präventiv tätig zu werden.

Das hatte offensichtlich Erfolg. Die meist polizeibekannten Männer und Frauen, die sich am Bahnhof trafen, um dort Alkohol zu trinken, scheinen - zumindest zurzeit - verschwunden. „Sie sitzen jetzt an anderer Stelle.“

Offiziell kann in Meschede nur aus dem Verkehr gezogen werden, wer in der Öffentlichkeit exzessiv Alkohol konsumiert. „Das ist sicherlich nicht derjenige, der sich ruhig auf einer Bank ein Bier trinkt“, erklärt Figgen, „aber der, der sich eine Flasche Schnaps an den Hals setzt und anschließend randaliert.“

Auch die verstärkte Beobachtung der Drogenszene am Bahnhof sei erfolgreich gewesen. Während auf höchster politischer Ebene die Freigabe von weichen Drogen diskutiert wird, will der Erste Polizeihauptkommissar vor allem denjenigen an den Kragen, die Drogen verkaufen. Auch diese Maßnahmen setzten am Bahnhof an. „Zwei Fälle wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz sind bereits erfolgreich abgeschlossen, zwei weitere sind im Kriminalkommissariat 1 in Bearbeitung.“

Ihm ist auch klar, dass die Drogenabhängigen, die in der Kolpingstraße Methadon als Ersatzdroge erhalten, auch am Bahnhof sitzen und dort Alkohol für den zusätzlichen Kick konsumieren. Ganz könne man dies sicher nicht verhindern, sagt er. Doch bei der Verfolgung der Kleindealer sei die Polizei verpflichtet, die aktuelle Rechtslage zu beachten. Um jemanden in Untersuchungshaft bringen zu können, muss der mit einer nicht geringen Menge harter Drogen geschnappt werden. „Das sind Mengen, die trägt kaum jemand am Körper bei sich.“