„So einen bekommen wir nicht wieder“

Klaus Gottfried (l.) und Schulamtsdirektor Hans-Josef Wessel.
Klaus Gottfried (l.) und Schulamtsdirektor Hans-Josef Wessel.
Foto: Frank Selter
Was wir bereits wissen
Herzlicher kann man einen Schulleiter kaum verabschieden: Mit zahlreichen geladenen Gästen hat die Esloher Christine-Koch-Hauptschule gestern Vormittag Klaus Gottfried in den Ruhestand entlassen. Bei dem 90-minütigen Programm in der Aula wurde vor allem eins klar: Diesen Mann lässt niemand gerne gehen.

Eslohe..  Es war der Augenblick, vor dem sich Klaus Gottfried nach eigenen Angaben „seit langer Zeit ein bisschen gefürchtet hat“. Er habe in seiner 14-jährigen Zeit als Schulleiter schon viele Abschiedsreden halten müssen, aber eben noch nie seine eigene. Ihm werde der Unterricht mit all seinen Facetten fehlen, betonte Gottfried, denn er habe den Beruf immer geliebt. Vor allem die Arbeit als Schulleiter habe ihn immer fasziniert. Von Klopapier bis Qualitätssicherung sei der Beruf stets eine interessante Herausforderung gewesen. „Für mich bedeutet die Pensionierung in erster Linie Verlust“, so Gottfried, der aber gleichzeitig betonte, sich auf den neuen Lebensabschnitt zu freuen. Denn: Der Abschied in der Aula war gleich ein doppelter. Neben Klaus Gottfried wurde auch seine Frau Gaby aus dem Lehrerdienst verabschiedet. Die Arbeit habe ihnen immer Freude gemacht, aber sie sei eben nicht das Einzige im Leben, so der scheidende Schulleiter.

Herausragendes Ergebnis

Genau diese Botschaft gab ihm auch Schulamtsdirektor Hans-Josef Wessel mit auf den Weg - neben der offiziellen Entlassungsurkunde der Bezirksregierung. Wessel bescheinigte Gottfried in seiner Rede eine vorbildliche Arbeit. Unter seiner Leitung habe die Hauptschule in Eslohe an positivem Image in der Öffentlichkeit gewonnen.

Als er Klaus Gottfried vor sechs Jahren kennen gelernt habe, habe ihn seine freundliche Art, seine optimistische Einstellung, aber auch sein stets kritischer Blick auf die Dinge sehr beeindruckt, so der Schulamtsdirektor.

Auch Bürgermeister Stephan Kersting bescheinigte Klaus Gottfried „ein gut bestelltes Feld“ zu hinterlassen“ und verwies unter anderem auf die jüngste Qualitätsanalyse an der Esloher Hauptschule mit einem landesweit herausragenden Ergebnis. Kersting lobte den stets geradlinigen, wenn auch manchmal unbequemen Weg, den Gottfried als Schulleiter gegangen sei und dankte auch dessen Frau für ihr Engagement im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Kisbér.

Beeindruckend

Gleich mit mehreren herzlichen wie beeindruckenden musikalischen Darbietungen verabschiedeten sich die Schülerinnen und Schüler von Klaus Gottfried. Neben dem Hit „Happy“ präsentierten sie dabei einen ganz eigenen Schulhit mit dem Titel „Wie, wo, was weiß Gottfried!“.

Cool und süß

Die Schülervertretung hatte in den Tagen zuvor eine Umfrage auf dem Schulhof gestartet und die Mitschüler um Begriffe gebeten, die ihnen als erstes einfallen, wenn sie den Namen Klaus Gottfried hören. Das Ergebnis spricht für sich: gut gelaunt, cool und süß standen dabei ganz oben auf der Liste. Jessica Robinson und Büsra Yildirim brachten es als Schülersprecherinnen auf den Punkt: „So einen Schulleiter bekommen wir nicht wieder“.

Eine Entscheidung über die Nachfolge von Klaus Gottfried wird nach Angaben von Schulamtsdirektor Hans-Josef Wessel in den kommenden Wochen fallen. Im Gespräch ist der Mescheder Rüdiger Hertel.

Bis zur Einführung eines neuen Schulleiters wird Konrektorin Anja Otte die Geschicke der Schule leiten.

Klaus Gottfried war insgesamt 33 Jahre an der Hauptschule in Eslohe - ab 1982 zunächst als Lehrer, dann als Konrektor und später als Rektor.