Sie spielen Lieder aus den Ghettos

Meschede..  „DRAJ“ – das jiddische Wort für „drei“ - so nennt sich das Ensemble, das am Freitag in der Alten Synagoge auftritt. Manuela Weichenrieder, Gesang, Ralf Kaupenjhoann, Akkordeon, und Ludger Schmidt, Cello, beschäftigen sich seit mehr als 15 Jahren mit jiddischer Musik, abseits der bekannten Klezmer-Pfade. Stilelemente aus Klassik, Neuer Musik, Blues und Moderner Klassik geben jüdische Geschichte(n) wieder: Hier wird ein impressionistisches Motiv fein versponnen, dort blitzt ein kleines Zitat von „King Crimson“ auf, ein orientalischer „Taksim“ wird zum improvisierten Intro.

Lebensfreude und Hoffnung

Die Lieder aus den Ghettos erzählen Geschichten, drücken Lebensfreude und Hoffnung ebenso aus wie Trauer und Verzweiflung. Viele dieser Lieder entstanden in den Ghettos von Warschau und Wilna und wurden auch in den Nazi-Konzentrationslagern gesungen. Die Sprache nahezu aller Lieder ist das Jiddische. Es hat mit dem Hochdeutschen gemeinsame Wurzeln, und viele Inhalte lassen sich assoziativ erschließen. Der oft verdrängte Teil der deutschen Vergangenheit mit jenen Gefühlen von Schuld und Trauer finden sich in den Interpretationen ebenso wie die Lebenslust im Alltag des jüdischen Lebens.

Das Konzert ist eine Gemeinschaftsveranstaltung des Bürgerzentrums mit dem Kulturring Meschede.