Selbstfahrende Autos erst in ferner Zukunft

Meschede..  Die Consumer Electronics Show (CES) ist eine der größten jährlichen Messen für Unterhaltungselektronik weltweit. Als sie vor ein paar Tagen ihre Pforten schloss, war es jedoch die Automobilindustrie, die für viel Wirbel gesorgt hatte. Das verheißungsvolle Versprechen: „autonome Landfahrzeuge“, also Autos, die sich selbstständig und ohne Zutun des Fahrers steuern. Sofort wurden die möglichen Auswirkungen auf das Alltagsleben diskutiert, es war schon die Rede vom Auto als digitalem Lebensraum. Doch was sagen die heimischen Autohändler zu dem Hype: Warten die Kunden schon gespannt auf das Auto der Zukunft?

Die reagieren zunächst einmal überrascht. „Das ist noch nicht im Alltagsbetrieb angekommen, da war noch keine Nachfrage von Seiten der Kunden“, sagt Thomas Gierse, Geschäftsführer vom Autohaus Gierse & Schöllmann in Schmallenberg. Auch die Zukunft von voll automatisierten Autopiloten in der Region sehen die meisten Autohändler skeptisch. „Das ist ein Thema von Reichweiten und geografischen Gegebenheiten. Und natürlich auch eine Kostenfrage“, gibt Christoph Arens, Inhaber des Autohaus Arens in Meschede, zu bedenken. „Außerdem glaube ich, dass viele Leute gerne Auto fahren und hinter dem Steuer sitzen – mit autonomer Automobiltechnik wäre dieser Spaßfaktor weg“, fügt er hinzu. „Messen sind ein guter Schauplatz um zukünftige Trends vorzustellen“, erklärt Thomas Gierse: „Aber das ist noch weit in der Zukunft.“

Der voll automatisierte Autopilot ist in der Region noch nicht angekommen. Dennoch glauben die Autohändler, dass die Entwicklung zum selbstständigen Autopiloten voranschreitet, auch wenn die genaue Umsetzung abzuwarten sei.

Von der Serienreife weit entfernt

„Im Prinzip haben wir schon viele Autos, die autonome Fähigkeiten haben“, weist Joachim Neuenfeldt, Verkäufer beim Autohaus Gödde in Meschede, auf bereits bestehende Techniken hin. Auch Claudia Senge, Serviceberaterin bei Meinulf Senge Automobile in Meschede, bestätigt: „Wir haben schon Autos, die automatisch einparken können oder Spurhaltesysteme haben.“ Dennoch liegt die Serienreife eines voll autonomen Fahrzeugs noch in ferner Zukunft. Letztendlich hänge die Nachfrage aber auch vom Nutzen ab: „Wenn man häufig auf der Autobahn fährt oder beruflich viel unterwegs ist, dann ist man sicher bereit, mehr Geld für solche Techniken auszugeben“, erklärt Joachim Neuenfeldt.

„Was im Moment sehr relevant ist, sind alternative Antriebsenergien für Fahrzeuge, selbstfahrende Autos sind da zweitrangig“, beschreibt Claudia Senge die aktuelle Situation: „Da werden immer mehr serienreife Modelle produziert.“ Und Thomas Gierse fügt hinzu: „Auch das konnte man sich früher nicht vorstellen.“

Das sich selbstständig durch Sauerländer Kurven schlängelnde Auto bleibt also ein Traum – zumindest zunächst einmal.