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Kälte

Sechs Grad in Schule: Da gab es kältefrei

06.02.2012 | 18:14 Uhr
Sechs Grad in Schule: Da gab es kältefrei
Friert immer rascher zu: Der Hennesee bei Meschede. Foto: Andreas Dunker

Meschede.   Die Kälte treibt alle um. Die 1500 Schüler am August-Macke-Schulzentrum in Meschede bekamen gestern „kältefrei“, die heimischen Installateure melden Hochbetrieb, der Hennesee ist fast komplett zugefroren.

Die Kälte treibt alle um. Die 1500 Schüler am August-Macke-Schulzentrum in Meschede bekamen gestern „kältefrei“, die heimischen Installateure melden Hochbetrieb, der Hennesee ist fast komplett zugefroren.

Die Stadt Meschede hatte alle Hausmeister vorsorglich angewiesen, die Heizungen in Schulen und Turnhallen angesichts der Kälte häufiger zu kontrollieren. Am Macke-Schulzentrum am Schederweg war die letzte Kontrolle auch am Sonntagnachmittag erfolgt – ein Heizregister in der Heizzentrale in der Realschule gab aber dann offenbar nachts den Geist auf. Ein kleiner Schaden mit großer Wirkung: In den Klassenzimmern von Städtischem Gymnasium, Realschule und Hauptschule waren es frühmorgens nur sechs Grad. Zu kalt für den Unterricht, befanden die drei Schulleitungen und gaben allen Schülern „kältefrei“. Gestern wurde der Schaden behoben, heute soll wieder regulär Unterricht sein.

Die Installateure der Region kommen derweil kaum mit dem Notieren der Aufträge nach, sagt Jochen Liese aus Nuttlar, stellv. Obermeister der Innung Heizung-Sanitär-Klima Meschede/Brilon. Betroffen sind sowohl Unternehmen als auch Privatleute – und Schulen. Lieses Betrieb war letzte Woche im Schulzentrum Bestwig im Einsatz; dort blieb der Schaden auf die Umkleidekabinen in der Turnhalle beschränkt. Lieses Rat, um einfrierende Leitungen zu verhindern: „Heizen, heizen, heizen!“ Und zwar nicht nur auf niedrigster Stufe (weil dann nur der Bereich am Thermostat warm ist), sondern auf Stufe 3 durchzuwärmen, „auch wenn das teuer ist.“

Minus 17 Grad vermeldet das Betriebstagebuch von Christof Sommer, Betriebsleiter der Hennesee-Talsperre, aktuell als Tiefstwert, verzeichnet am Freitag. Seit einer Woche friert der See immer rascher zu: Das Vorbecken ist komplett vereist, das Hauptbecken zu 95 Prozent. Noch zwei, drei kalte Nächte, dann ist auch das letzte offene Stück direkt an der Sperrmauer dicht. Der schwarze Damm reflektiert die Sonne, dadurch bleibt es dort länger eisfrei. Aktuell scharen sich dort Vögel, von Stockenten bis zu Schwänen. Trotz des Eises: Bitte nicht den See betreten! „Es ist brandgefährlich“, warnt Sommer. Auch wenn das Eis am Ufer so dick aussieht: „Schon ein paar Meter hinaus ist es hauchdünn.“ Anja Schmidt, Vorsitzende der DLRG Meschede, bittet Eltern, ein Vorbild für Kinder zu sein, und sich nicht aufs Eis zu wagen. Durch den wechselnden Wasserstand entstehen gefährliche Hohlräume unter dem Eis.

Jürgen Kortmann

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