Schwieriges Foto-Shooting unter Wasser

Vor ihrem Tauchgang im Bergwerk: Cousin Dino Larsmacher (von links), Tauchlehrer Mario Schmitt-Glorius, Schauspieler Dirk Moritz, Matthias Richter, Unterwasserfotograf Bjoern Dorstewitz und Tauchlehrer Michael Schroeder.
Vor ihrem Tauchgang im Bergwerk: Cousin Dino Larsmacher (von links), Tauchlehrer Mario Schmitt-Glorius, Schauspieler Dirk Moritz, Matthias Richter, Unterwasserfotograf Bjoern Dorstewitz und Tauchlehrer Michael Schroeder.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Schauspieler und Hobbytaucher Dirk Moritz erkundet das Schieferbergwerk Nuttlar.

Nuttlar..  Vom Angsthasen zum Tauchlehrer: Überspitzt formuliert ist das der Weg von Schauspieler Dirk Moritz. Heute ist der 36-Jährige so weit, dass ein Tauchgang in einem der wohl spektakulärsten Orte, den die Republik zu bieten hat, möglich ist. Doch auch einen sonst vielleicht abgebrühten Schauspieler kostet das so manche Nerven.

Gesicht aus der Soap „Rote Rosen“

„Im Vorleben war ich bestimmt mal eine Gießkanne“, scherzt der sympathische Rheinländer über seine Ängste, die ihn seit seiner Kindheit begleiten. Den Kopf unter Wasser zu halten, sei damals eine wirklich große Herausforderung gewesen. Nach dem Ausstieg aus der ARD-Soap „Rote Rosen“ im Jahr 2010 hatte Moritz jede Menge Freizeit. Sein Cousin nahm ihn damals mit zu einem Schnuppertauchen. Das habe ihn zwar jede Menge Schweiß und Angst gekostet, aber die Begeisterung war sofort da: „Man hat seine Ruhe, kann komplett abschalten.“ Schritt für Schritt hat der Schauspieler dann seine Scheine absolviert, kann mittlerweile 250 Tauchgänge vorweisen. Nun will er sogar Tauchlehrer werden.

Mauritius, Ägypten, Nuttlar

Die Faszination fürs Tauchen geht sogar so weit, dass er die Tauchausrüstung mit zu jedem Dreh nimmt. „Irgendwo findet man immer einen Ort zum Tauchen“, sagt Moritz. Mauritius und Ägypten seien bisher die Highlights gewesen. Doch das Schieferbergwerk in Nuttlar soll das Sahnehäubchen sein.

Musik in den Ohren von Betreiber Matthias Richter von der Tauchschule Sorpesee, den der Schauspieler auf der Wassersportmesse „boot“ kennen gelernt hat. „Das ist natürlich eine super Werbung für Nuttlar und die ganze Region.“

Fotos für eine Werbekampagne

Die Aufnahmen des Shootings im Bergwerk werden nämlich für Werbezwecke genutzt. „Dem Tauchsport soll damit ein Gesicht gegeben werden.“, betont Michael Schroeder, Regional-Manager der Tauchschule „Scuba Schools International“. Weg vom staubigen Image, hin zum Bild einer spannenden und hippen Sportart.

„Wir sind doch alle mindestens genauso cool wie die ganzen Surferboys“, pflichtet ihm Dirk Moritz lachend bei.Doch bei der Frage nach den Erwartungen an den heutigen Tauchgang merkt man dem Soap-Darsteller eine gewisse Nervosität an: „Bei uns sagt man: ‘Wat der Bauer nicht kennt, dat frisst er nicht‘. So in etwa ist das heute. Es ist wohl der Respekt, die Angst vor dem Unbekannten – aber natürlich freue ich mich tierisch.“

Schiefer schluckt das Licht

Doch es gilt: erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Das „Briefing“ steht an. Anhand eines Plans erklärt Tauchlehrer Matthias Richter die Route und stellt klar: „Jeder Tauchgang, den du bisher gemacht hast, ist nicht im Entferntesten so dunkel wie hier. Der Schiefer frisst fast 60 Prozent des Lichts.“ Es sei außerdem ohrenbetäubend laut, wenn die Luftblasen in manchen Bereichen direkt an die Decke aufsteigen.

Dann werden noch schnell die Zeichen abgeklärt und die besten Orte für die Fotos ausgemacht. Die besondere Herausforderung bei der Unterwasserfotografie sei es, den richtigen Moment zu treffen. „Man muss versuchen, einen längeren Zeitraum die Höhe zu halten und nicht auszuatmen“, erklärt Dirk Moritz und fügt hinzu: „Wesentlich schwieriger als über Wasser.“

Dann macht sich die Truppe auf den Weg Richtung Höhleneingang, eine Dreiviertelstunde wird der Tauchgang ungefähr dauern. Danach freut sich der Schauspieler auf ein Bier. Herrlich normal.