Schwestern laden zum Dinner mit Fremden

Die Schwestern Katharina Rieland (32, links) und Juliana Hoffe (29)  bereiten gerade den ersten Abend in ihrer „Wohnzimmerküche“ vor.
Die Schwestern Katharina Rieland (32, links) und Juliana Hoffe (29) bereiten gerade den ersten Abend in ihrer „Wohnzimmerküche“ vor.
Foto: Helena Lange
Gebürtige Schmallenbergerinnen gründen eine „Wohnzimmerküche“ in ihrer Heimat. Der genaue Ort bleibt noch geheim.

Schmallenberg..  Sie wollen das Sauerland zum kulinarischen Schmelztiegel machen: Die Schwestern Katharina Rieland und Juliana Hoffe planen ihre ganz persönliche „Wohnzimmerküche“. In Schmallenberg wollen sie einen sogenannten Supper Club gründen.

„Supper Clubs funktionieren so, dass Hobbyköche fremde Menschen zu einem Abendessen in ihre private Wohnung einladen“, erklärt Rieland. „Es geht vor allem auch darum, neue Leute kennenzulernen“, ergänzt ihre jüngere Schwester. Die gewisse Prise Spannung gehört für alle Teilnehmer zu solch einem Abend dazu. Sie wissen vorher weder, neben wem sie zu Abendessen werden, noch haben sie eine Ahnung, welche Gesprächsthemen auf den Tisch kommen werden. Genau das macht für Supper-Club-Fans den Reiz solcher Abende aus.

Zurück zu den Wurzeln

Was in Großstädten schon längst Teil des kulturellen Lebens geworden ist, soll nun auch im Sauerland bekannt werden. In Sundern gibt es bereits einen Supper Club, jetzt kommt ein weiterer hinzu. Rieland und Hoffe stammen aus Kückelheim, wohnen aber schon seit Jahren nicht mehr dort. Katharina Rieland lebt in Schwerte und betreibt eine Werbeagentur in Dortmund, Juliana Hoffe wohnt im Schwarzwald. Warum ist die Wahl des Gründungsortes also gerade auf Schmallenberg gefallen? „Wir wollen dem Vorurteil entgegnen, dass Sauerländer stur sind und niemanden in ihre Mitte lassen“, sagt Rieland. Denn die Heimat liege den Schwestern nach wie vor am Herzen. Gerade organisieren die Beiden den ersten Abend in ihrer „Wohnzimmerküche“.

Wo genau diese sich befinden wird, halten sie aber noch geheim. Verraten wollen sie nur, dass sich der erste Ort im Schmallenberger Sauerland befinden wird und Platz für bis zu zehn Personen bietet. „Momentan haben wir schon mehr Anmeldungen als Plätze“, sagt Rieland. „Aber wir werden sie einfach verlosen, um eine möglichst bunt gemischte Tafel zusammenzubekommen.“ Die Abende in der „Wohnzimmerküche“ wollen sie regelmäßig anbieten, der Ort wird allerdings jedes Mal ein anderer sein.

Profi in der Küche

Das Besondere an der „Wohnzimmerküche“: Am Herd wird ein echter Profi stehen. Denn Hoffe ist gelernte Köchin und schwingt den Kochlöffel normalerweise in einem Fünf-Sterne-Hotel. Deshalb ist auch die Arbeitsteilung klar. „Meine Schwester ist für das Organisatorische und die Deko zuständig und ich werde kochen“, sagt Hoffe.

Das Menü für den ersten Abend Ende Juni steht bereits fest. Es soll ein „Westfälischer Sommernachtstraum“ werden. Auf einen „Gruß ausm Pott“, bestehend aus Salzkuchen, Mett und Export-Bier, wird ein „Zwischengang in Ostwestfalen-Lippe“ folgen: Pickert mit Dreierlei Marmeladen. Danach heißt es „Hauptsache Sauerland“: Es kommen Rouladen mit Kartoffelstampf und Blattsalat auf den Tisch. Und zum Dessert geht es für die Gäste ins „kernige Münsterland“. Dort trifft Sauerrahm auf Erdbeeren und Pumpernickel. Gezahlt wird in Form einer Spende – je nach Dicke des Geldbeutels.

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