Schwarzstörche nisten nahe Bracht

In den Schmallenberger Wäldern gibt es mehrere Schwarzstörche, auch nahe Bracht und Bödefeld scheinen sie zu brüten. Wo genau sich die Tiere aufhalten, das wollen die Experten noch weiter beobachten.
In den Schmallenberger Wäldern gibt es mehrere Schwarzstörche, auch nahe Bracht und Bödefeld scheinen sie zu brüten. Wo genau sich die Tiere aufhalten, das wollen die Experten noch weiter beobachten.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Experten prüfen Artenschutz bezüglich möglicher Windkraftanlagen in Schmallenberg.

Bödefeld/Bracht..  Der Artenschutz spricht bisher nicht gegen Windräder bei Bracht/Knüppelhagen – das ist das vorläufige Ergebnis der Prüfung. Allerdings nisten in der Nähe Schwarzstörche, die noch einige Zeit beobachtet werden sollen. In Bödefeld sind die Untersuchungen noch nicht so weit fortgeschritten. Das hat Landschaftsarchitekt Bertram Mestermann während einer Sitzung des dortigen Bezirksausschusses berichtet.

Kartierung bis Ende Juni

Für die Artenschutzprüfung rund um die geplanten Sonderbauflächen bei Bödefeld und Bracht/Knüppelhagen nutzen die Experten Daten des Landes NRW und erfassen alle Horste, die sie in einem Radius von drei Kilometern entdecken können. Dabei geht es vor allem um Vogelarten, die sensibel auf Windenergieanlagen reagieren. „Wir gehen sowohl vom Vorkommen des Rotmilans, des Uhus als auch des Schwarzstorchs aus“, sagt Mestermann.

Die Kartierung läuft noch bis Ende Juni, aber einige Ergebnisse stehen schon fest – vor allem bezüglich der Fläche bei Bracht. Dort gibt es nahe der geplanten Sonderbaufläche zwei Horste, in denen im vergangenen Jahr Rotmilane genistet haben und einen, in dem sich Schwarzstörche niedergelassen haben. Die Milane haben ihre Horste nördlich der Fläche gebaut und den Beobachtungen der Experten zufolge halten sie sich auch zur Jagd außerhalb dieses Gebiets auf. Sie nutzen den Waldrand nur zur Brut und suchen ihre Nahrung auf den angrenzenden Freilandflächen. Damit scheint es unwahrscheinlich, dass sie später in die Nähe der Windräder fliegen und von deren Rotorblättern erschlagen werden könnten.

Tiere sind störungsempfindlich

Bei Schwarzstörchen besteht diese Gefahr laut Mestermann ohnehin nicht. Sie halten sich von Windrädern fern. „Aber sie sind störungsempfindlich“, so der Experte. Deshalb gelten Flächen von einem Kilometer rund um den Horst eines Schwarzstorchs in NRW als tabu für Windkraftanlagen.

Die Fläche Bracht/Knüppelhagen liegt nicht in diesem Radius, allerdings im größeren, drei Kilometer großen Radius. Genaue gesetzliche Grenzwerte gibt es nicht. „Es geht darum sicherzustellen, dass eine Art nicht zu Schaden kommt“, sagt Mestermann. Deshalb sollen die Schwarzstörche und ihre Flugbahnen noch weiter beobachtet werden. Schon jetzt geht Mestermann allerdings davon aus, dass höchstens ein Viertel der geplanten Sonderbaufläche beeinträchtigt sein könnte.

Die Untersuchungen am Habichtsscheid bei Bödefeld sind noch nicht so weit, dass Mestermann erste Prognosen wagen will. Dort wurden zwar schon einige Horste entdeckt, noch ist aber nicht ob und von welcher Vogelart sie besetzt sind.