Schulpflegschaften lehnen Schulauflösung in Meschede ab

Bei der Infoveranstaltung hatten sie für die Sekundarschule geworben. v.l. Sandra Schwering, Dirk Vollmer (als Eltern der Sekundarschule Olsberg), Gisela Bartsch, Leiterin des Schulamtes, Michael Okon-Gerling, Leiter der Sekundarschule Werl, und Maria Büse-Dallmann von der Bezirksregierung Arnsberg. Die Schulpflegschaften der Real- und Hauptschule haben allerdings gegen ihre Auflösung gestimmt.  Foto: Ute Tolksdorf
Bei der Infoveranstaltung hatten sie für die Sekundarschule geworben. v.l. Sandra Schwering, Dirk Vollmer (als Eltern der Sekundarschule Olsberg), Gisela Bartsch, Leiterin des Schulamtes, Michael Okon-Gerling, Leiter der Sekundarschule Werl, und Maria Büse-Dallmann von der Bezirksregierung Arnsberg. Die Schulpflegschaften der Real- und Hauptschule haben allerdings gegen ihre Auflösung gestimmt. Foto: Ute Tolksdorf
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Was wir bereits wissen
Klar gegen die Sekundarschule positioniert haben sich jetzt die Schulkonferenzen von Haupt- und Realschule. Beide Gremien mussten im Rahmen des Beteiligungsverfahren gehört werden - ihr Votum bleibt ohne Auswirkungen.

Meschede.. Dass sie sich gegen die Auflösung ihrer Schule ausgesprochen haben, bestätigten die Schulpflegschaftsvorsitzenden. Sie wissen auch: Ihr Votum hat keine rechtlichen Auswirkungen. Als Grund für die Ablehnung macht Thomas Ritter von der St.-Walburga-Hauptschule vor allem das allgemeine Hickhack in der Landes-Schulplanung dafür verantwortlich: „Die Eltern sind es einfach Leid. Sie wollen keine Veränderung mehr.“

Der Ärger von Martin Hengesbach, Schulpflegschaftsvorsitzender der Städtischen Realschule, geht tiefer: Er sieht zum einen keine Veranlassung für die Sekundarschule. Noch seien die Schülerzahlen sowohl an der Realschule als auch an der Hauptschule nicht besorgniserregend. Seit sieben Jahren ist er Schulpflegschaftsvorsitzender der Realschule: „Ich weiß, hier wird hervorragende Arbeit geleistet. Das alles sollte man nicht einfach über Bord werfen, nur weil das Land Druck macht.“

Ihm sei auch klar, dass man aufgrund der demografischen Entwicklung über neue Schulformen nachdenken müsse. Aber: „Warum sollen wir in eine Übergangsschulform Zeit und Geld investieren, wenn dann ein paar Jahre später doch die Gesamtschule zusammen mit dem Städtischen Gymnasium kommt. Das wäre ein zukunftsorientiertes Konzept.“

Darstellung ist „himmelblau“

Hengesbach findet die Darstellung der Sekundarschule in der Öffentlichkeit zu „himmelblau“. Es gebe kaum Kritik. Dabei müsse sich zum Beispiel doch jeder fragen, wie die versprochenen gymnasialen Standards an der neuen Sekundarschule überhaupt greifen sollen. „Dafür fehlen bei der Sekundarschule schlicht und einfach die Schüler.“

Außerdem sei ihm nicht klar, wie die Sekundarschule finanziert werden soll. „Meschede ist in der Haushaltssicherung. Die Einrichtung der neuen Schulform kostet in Arnsberg bis 2015 für zwei Schulen 8,8 Millionen Euro, das macht man nicht mal eben aus der Portokasse.“ Und unfair findet er am Rande: „Unser Tag der offenen Tür darf erst nach der Anmeldung für die Sekundarschule stattfinden. Das ist aktive Einflussnahme.“

Nachvollziehbare Entscheidung

Die Entscheidung der Schulkonferenzen gegen die Auflösung kann Gisela Bartsch, Leiterin des Schulamtes, zwar nachvollziehen: „Welche Schule löst sich schon gerne auf, zumal wenn dort gute Arbeit geleistet wird.“

Sie sagt jedoch auch: „Wir argumentieren nicht schulorientiert, sondern wir müssen weiter denken.“ Die Stadt wolle die Schullandschaft zum Wohl der Kinder gestalten. „Und die beste Möglichkeit bietet mit ihren unterschiedlichen, individuellen Fördermöglichkeiten die Sekundarschule.“

Die Schulleiter der beiden Schulen sitzen zurzeit zwischen allen Stühlen. Mit abstimmen durften sie nicht, die Entscheidung der Schulkonferenz ist für sie allerdings in Verhandlungen mit dem Träger bindend.

Das sei ein Grund, erläuterte Franz Stratmann, Schulleiter der Städtischen Realschule, warum er und seine Kollegin Margot Freise nicht bei den offiziellen Info-Veranstaltungen zur Sekundarschule erschienen seien. Ein Punkt, der von einzelnen Anwesenden kritisiert worden war.

„Trotzdem haben wir natürlich am Konzept der Sekundarschule weiter mitgearbeitet“, betont Stratmann. Sie stünden weiterhin zu dritt mit Detlev Pecko aus Freienohl unter und damit auch hinter dem pädagogischen Konzept.