Schüler aus Not in Erster Klasse - Bahn will 40 Euro
08.03.2010 | 12:21 Uhr 2010-03-08T12:21:00+0100
Meschede. Böse Bahn oder böse Schüler? Diese Frage stellt sich nach einem Vorfall, der sich jetzt im Sauerland-Express zwischen Meschede und Olsberg abgespielt hat. Der Regionalzug kam mit nur einer Einheit angerauscht, aus Platzmangel setzten sich Schüler dann in die Erste Klasse.
Morgens, 7.08 Uhr: Auf dem Bahnsteig in Meschede drängen sich dutzende Schüler, und warten auf den Zug. Als er kommt, ist die Ernüchterung groß. Der Regionalexpress kommt mit nur einer Zugeinheit angerauscht. Im Innern herrscht bereits großes Gedränge. Als der Zug in Meschede anhält und sich die Türen öffnen, wird schnell klar, dass nicht alle wartenden Schüler in den Zug passen werden. „Es waren bestimmt 40 oder 50 Schüler, die nicht mitkamen", schildert Rudolf Wilhelm, Bahnpendler und Lehrer aus Meschede die Situation. Als sich einige Schüler aus Platzmangel in die Erste Klasse setzten, wartete dort eine böse Überraschung auf sie. Gleich zwei Zugbegleiter kamen und zeigten wenig Verständnis für das Verhalten der Schüler im überfüllten Zug.
40 Euro pro Nase
Zücken, zahlen, freundlich sein: Jeder der acht Jugendlichen, die dort in der Ersten Klasse saßen, muss sich nun wegen Schwarzfahrens verantworten. 40 Euro pro Nase waren fällig. „Eine Frechheit", sagt Wilhelm. „Richtig gehandelt", sagt Thomas Ressel, Sprecher des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr in Hamm. Ihm ist die Problematik auf der Strecke bestens bekannt. „Ständig beschweren sich hier Leute über diese Linie", erklärt Ressel.
Das Problem liegt offensichtlich bei der Deutschen Bahn. Sie halte sich, so Ressel, nicht an die vertraglichen Absprachen. Statt zwei Einheiten (vier Waggons mit insgesamt 290 Sitzplätzen) müssten die Pendler oft mit einer Einheit Vorlieb nehmen. „Dieses Verhalten hat für die Bahn Konsequenzen", fügt Ressel hinzu. Das bedeutet konkret: Es gibt weniger Geld als vereinbart.
Das ist verboten
Ein Freifahrtschein für den Gang in die Erste Klasse sei dies jedoch nicht: „Es gibt leider gerade bei den Schülern viele, die so denken. Ist kein Platz in der Zweiten Klasse mehr frei, gehe ich in die Erste Klasse. Das ist verboten", so der Vertreter des Zweckverbandes.
In dieser Situation können die Schüler nur auf die Kulanz des Schaffners hoffen. „Es darf doch nicht sein, dass Schüler so abgezockt werden", gibt Rudolf Wilhelm abschließend zu bedenken.
22:09
Da wundert sich noch jemand das keiner mehr Bahn fahren will.
22:17
liebes wolljäckchen, mit halbwissen ist man auch nur halb informiert! es ist niemand zurückgeblieben und es war eine doppeleinheit!
und bahnpersonal hat bestimmt auch nicht die toiletten versaut sondern schweine aus deiner nachbarschaft!
13:08
Ich kann hier nur erkennen, daß hier sehr viele Kommentatoren diese Strecke überhaupt nicht zu kennen scheinen.
Ich bin zwar keine Pendlerin, muß sie aber nutzen, um den Fernverkehr überhaupt erreichen zu können.
Der sog. Sauerland-Express deckt günstigenfalls die Strecke zwischen Hagen und Kassel ab.
Von Hagen aus z.B. über Dortmund und Köln nach Frankfurt, bzw. mit oder ohne Umstieg in Warburg über Kassel nach z.B. Hamburg oder Würzburg.
Da könnte es natürlich vorkommen, daß der laptopbesitzende Geschäftsreisende die 1. Kl. benutzen möchte, um dort schonmal in der Bahn etwas zu arbeiten.
(was ich persönlich lächerlich finde)
Allerdings fahren auf dieser Strecke die wohl ältesten, schmuddeligsten Züge, die man sich vorstellen kann.
Meist sind die Toiletten sogar wg. Verschmutzung abgesperrt, da unbenutzbar.
Und ist mal eine geöffnet.... (nein danke)
Die 1. Kl. unterscheidet sich in diesen alten Zügen nur darin, daß meist niemand drin sitzt und die Sitze statt Kunstlederbezügen verschmutzte und verschlissene Stoffbezüge haben.
Auf dieser Strecke gibt es nämlich nicht die aus Großstädten bekannten zweistöckigen REs, wo es tatsächlich auch Treppenaufgänge gibt, die, wie hier auch schon gefordert, besetzt werden könnten.
Wer schonmal versucht hat in einem alten Zugmodell in dem Akkordeongummi zwischen den Zugteilen zu stehen, weiß, daß das nicht nur unkomfortabel sondern auch gefährlich ist.
Egal wie die Schüler der Gegenwart auch sein mögen, so sollte man doch froh sein, daß es noch junge Menschen gibt, die tatsächlich an Bildung interessiert sind und es sich jeden Morgen antun sich in diese Züge zu quetschen, um in die Schule und zur Ausbildung zu kommen statt zu schwänzen.
Doch statt das Bildungsinteresse zu unterstützen, sorgt die Bahn dafür, daß 40-50 Schüler und Azubis am Bahnsteig stehenbleiben sollen, weil sie nur eine Zughälfte auf den Weg schickt, um dort bei dieser Witterung noch gut eine weitere Stunde auf einen wohl ebenfalls überfüllten Zug zu warten.
Daß an diesem Tag nur 8 Schüler in der 1. Kl. erwischt werden konnten, lag wohl eher daran, daß dort nicht viel mehr Fahrgäste Platz haben.
Gäbe es eine andere Möglichkeit hier auf dem Land von A nach B zu kommen, würde wohl niemand die Bahn benutzen:
Sch... Service, teure Tickets, überfüllte, veraltete und schmutzige Züge - bald herrschen hier wohl auch Verhältnisse wie in Kalkutta, daß wir auf den Dächern sitzen müssen, zumal fast kaum ein Zug die angekündigte Geschwindigkeit erreicht wg. Bauarbeiten auf der Strecke, oder technischen Problemen mit den Zügen selbst.
22:36
...und die restlichen 40-50 Schüler, die in Meschede nicht mehr in den Zug passten? Die haben halt ne halbe Stunde gewartet und den nächsten Zug genommen... der hält zwar nicht in Olsberg, aber in Bigge. Und der Bahnhof Bigge ist ca 600m Luftlinie bzw. ziemlich genau 1 km Fußweg vom Bahnhof Olsberg entfernt. Statt zu laufen, haben sie wahrscheinlich den Bus genommen. Der braucht 3 Minuten von Bahnhof zu Bahnhof. O.K., man kommt etwas zu spät - aber die Lehrer kassieren nicht 40€ fürs Zuspätkommen....
Aber Schwarzfahren ist halt cooler...
20:24
Ich fahre fast jeden Tag mit der Bahn und weiß das jeder Schaffner der DB Provision bekommt.
Bedeutet 40 Euro ,2% davon, sind zwar nur 80 Cent aber bei 100x am Tag ist das schon ne hübsche Summe, oder?
01:05
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23:56
Die Bahn als Bundeseigentum sollte Schülern, die demnächst ihr Steuern zahlender Arbeitgeber sind, grundsätzlich nicht in die Tasche langen. Schüler, wie Studenten müssten generell freie Fahrt haben. Sollte Platzmangel herrschen, den ja nicht die Fahrgäste, man beachte, nicht Beförderungsfälle, verursachen, ist selbstverständlich jeder freie Platz zur Verfügung zu stellen. Wo wäre der Sinn, leere Plätze durch dieses unseres Land zu fahren und die Kunden stehen im überfüllten Wagen?
20:12
#1 von Jo,
hey joe du hohlbirne, was schreibst du da für einen gequirlten müll??
bist wohl einer von denen, die ständig die nase über andere rümpfen, wenn sie sich nicht regelkonform verhalten.
was hätten die jungs machen sollen, dem zug hinterherlaufen?
wenn die bahn es nicht versteht ihre kundschaft ordnungsgemäß zu befördern, muss sie auch mal über ihren schatten springen und den platz da anbieten, wo es den umständen entsprechend geboten erscheint.
oder hat dir einer in der 1 klasse etwa mal deinen platz streitig gemacht und nun bist du auf die ganze welt sauer und steckst voller unverständnis über die so böse welt????
hoffentlich kommst du auch mal in eine situation, in der du regeln verletzen muss, du thekenturner....
ps. besteige mal morgens im ruhrgebiet einen zug (RE) richtung d`dorf. dann weisst du was es heisst wenn jemand von vollen zügen spricht
19:25
wann gibts denn wieder die dritte klasse.....
17:31
Es kann nicht angehen, dass von der Bahn Geld kassiert und keine Leistung erbracht wird. Die Kinder und Jugendlichen befinden sich auf dem Weg zur Schule, wo sie Leistung erbringen müssen. So sollten ihnen auch die Möglichkeiten gegenen werden vernünftig ihren Lehrplatz zu erreichen. Welch ein Quatsch, den Kindern den Durchgang zu ersten Klasse zu verwehren, wenn diese allemal leer sind. Es wäre nur darauf u achten, dass sie sich ordentlich verhalten (dies gilt allerdings auch für die 2. >Klasse). Schlussendlich: wnn die Bahn ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt, ist der Zugnutzer auch nicht an seine Verpflichtung gebunden