Schon 80 000 Euro für Nepal gesammelt

Fleckenberg/Meschede..  Nach dem ersten schweren Erdbeben in Nepal haben Johannes Börger aus Fleckenberg und Pfarrer Günter Eickelmann aus Meschede kurzentschlossen ein Hilfsprojekt ins Leben gerufen. Die Bilder der Zerstörung und das Schicksal der Menschen im Erdbebengebiet sind bedrückend, zumal beide dort persönliche Kontakte haben: Börger war Entwicklungshelfer in Nepal und pflegt seit einigen Jahrzehnten dort intensive Kontakte. Eickelmann ist seit 20 Jahren mit einer Familie in der Nähe von Kathmandu befreundet.

Team reist am 1. Juni ab

Die katholische Kirchengemeinde Meschede richtete ein Spendenkonto ein, auf dem inzwischen über 80 000 Euro zusammengekommen sind. In den letzten Wochen hat sich zudem ein ganzes Team von Helferinnen und Helfern dem Hilfsprojekt angeschlossen. Dazu gehören Personen mit Fachkompetenzen, die jetzt besonders gebraucht werden: eine Krankenschwester und ein Agraringenieur mit jeweils zwei Jahren Nepal-Erfahrung, ein Maurer und ein Installateur.

Der erste Hilfseinsatz wird in Kutal sein, ein zerstörtes Dorf 30 Kilometer östlich von Kathmandu. Hier sollen für Erdbebenopfer 120 stabile Notunterkünfte aus Holz und Wellblech entstehen.

Der Aufbau wird kurzfristig erfolgen, da Mitte Juni die Regenzeit beginnt und viele der Dorfbewohner seit dem Beben schutzlos unter freiem Himmel übernachten müssen. Kontaktpersonen haben vor Ort schon notwendiges Material eingekauft und erste Notunterkünfte errichtet. Ein Bauingenieur begleitet das Hilfsprojekt dort fachlich.

Norbert Grobbel, gebürtig aus Schmallenberg-Jagdhaus, der wie Börger Entwicklungshelfer in Nepal war, ist bereits nach Kathmandu geflogen. Dort koordiniert er den Hilfseinsatz. Grobbel hat Wasseraufbereitungsanlagen im Gepäck, um die Trinkwasserversorgung in zerstörten Dörfern wiederherzustellen. Am 1. Juni wird Johannes Börger mit einem Team von weiteren Helferinnen und Helfern nach Nepal reisen. Alle fliegen übrigens auf eigene Kosten, da die Spenden ausschließlich für konkrete Hilfen vor Ort verwendet werden.

Langfristiges Projekt

Neben dem Bau von Notunterkünften sollen Verletzte mit Medikamenten und Verbandsmaterial versorgt werden. Für die Bauern werden Saatgut bzw. Setzlinge bereitgestellt, damit sie die Felder bestellen können. Gerne möchte das Helferteam auch zerstörte Schulen wieder aufbauen und Baumaterial für Häuser anschaffen. Dazu soll das Projekt längerfristig angelegt werden.