Schmallenberger Stadtwald ist trotz Kyrill in gutem Zustand

Die Fichten bestimmen immer noch einen Großteil des Holzvorrats.
Die Fichten bestimmen immer noch einen Großteil des Holzvorrats.
Foto: WAZ FotoPool/ Ralf Rottmann
Was wir bereits wissen
Der Holzvorrat ist weniger geschrumpft als erwartet. Die örtlichen Förster setzen zunehmend auf Mischwald, wobei die Fichte immer noch dominiert.

Schmallenberg..  Dem Stadtwald geht es gut – das ist das zentrale Ergebnis der sogenannten Forsteinrichtung. Diese Art der „Inventur“ führen Experten im Wald etwa alle zehn Jahre durch. Nun hat Ansgar Leonhardt vom zuständigen Büro für Wald- und Umweltplanung den Mitgliedern des Stadtrates die Ergebnisse vorgestellt.

„Selbst nach Kyrill ist der Stadtwald hervorragend aufgestellt“, so Leonhardt. „Das ist das Ergebnis der letzten 100 Jahre Forstarbeit in Schmallenberg.“ Allerdings sei Schmallenberg im Gegensatz zu anderen Gegenden im Sauerland bei dem Orkan im Januar 2007 auch vergleichsweise glimpflich davongekommen. Zwar ist der Holzvorrat von etwa 700 000 auf 660 000 Festmeter gesunken aber der Forstexperte ist von der guten Zuwachsrate positiv überrascht. Außerdem gebe es noch mehr Bäume, die bis zu 100 Jahre oder sogar älter sind, als zu erwarten war.

Fichtenbestand ist am größten

„Der Wald ist sehr strukturreich“, sagte Leonhardt. Es gebe viele verschiedene Baumarten, die Flächen mit Monokulturen werden kleiner. Das hält Leonhardt für wichtig – sowohl für den Naturschutz als auch angesichts des Klimawandels. Die Förster müssten in den kommenden Jahren noch viel stärker als bisher Bäume danach auswählen, wie sie zu den jeweiligen Standortbedingungen passen.

Für die Bewirtschaftung des Waldes ist der Holzvorrat ausschlaggebend. Hierbei machen Fichten rund zwei Drittel aus, Buchen etwa ein Viertel. Der restliche Holzvorrat besteht unter anderem aus Eichen und Lärchen. Betrachtet man den Zuwachs an Holz, sind die Zahlen ähnlich.

Wald ist gut erschlossen

Diese Ergebnisse sind für die Förster wichtig, um die Bewirtschaftung der nächsten Jahre planen zu können. „Das ist eben das Prinzip der Nachhaltigkeit – es kann nie mehr genutzt werden, als auch nachwächst“, so Leonhardt.

Ein Vorteil für die örtlichen Förster ist, dass es im Stadtwald rund 150 Kilometer an Wegen gibt, die mit dem Lkw befahren werden können. In anderen Wäldern sei es deutlich schwieriger, das Holz abzutransportieren, so Leonhardt: „In großen Teilen von NRW ist die Erschließung der Wälder ein Problem.“

Die Wege gehören neben Freiflächen, Wiesen, Bächen und Wildgehegen zu den Waldflächen, die nicht zum sogenannten Holzboden zählen. Sie machen mit etwa 225 Hektar rund neun Prozent des Stadtwaldes aus, die restlichen 2360 Hektar sind Wirtschaftswald. Etwa 800 Hektar an Waldfläche wurden bisher zu Naturschutzzwecken stillgelegt, dort darf nicht mehr bewirtschaftet werden.