Schmallenberger Schüler entdecken ihre Stärken

Schüler Tobias (14) und Carina Willmes vom Kolping-Bildungswerk
Schüler Tobias (14) und Carina Willmes vom Kolping-Bildungswerk
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Was kommt nach der Schule? – Diese Frage ist für viele Schüler schwer zu beantworten. Eine Analyse ihrer Stärken soll die Schmallenberger Achtklässler in den kommenden Wochen bei der Berufsorientierung weiterhelfen.

Schmallenberg..  „Wir hören von Eltern oft, dass die Schüler sich selbst nur schwer einschätzen können“, sagt Sabrina Jungblut vom Bildungsträger „Team Impuls“. Gemeinsam mit dem Kolping-Bildungswerk bieten sie und ihre Kollegen in den kommenden Wochen spezielle Tests für die Achtklässler aller Schulformen an.

Hauptschüler machen den Anfang

Gestartet ist das neue Projekt mit Schülern der Christine-Koch-Gemeinschaftshauptschule. In den Räumen der Valentinschule haben sie Fragen am PC beantwortet, an erlebnispädagogischen Rollenspielen teilgenommen und ihr handwerkliches Geschick auf die Probe gestellt.

„Wir analysieren die Potenziale der Schüler und zeigen ihnen ihre Stärken auf“, sagt Jungblut. Eine konkrete Berufsempfehlung könne und solle dabei aber nicht herauskommen. Das Ziel sei es vielmehr, den Jugendlichen ihre Schlüsselqualifikationen aufzuzeigen und ihnen damit zum Beispiel einen Anhaltspunkt für die Wahl des Praktikums zu bieten. „Am zweiten Tag bekommen die Schüler in einem persönlichen Gespräch dann einen Auswertungsbogen überreicht“, sagt Jungblut.

Ergebnisse als Momentaufnahme

Auf seinen Auswertungsbogen ist auch der 14-jährige Tobias gespannt. Denn er hat bereits ein festes Ziel: „Mein Wunschberuf ist Forstwirt und bis jetzt haben die Tests das auch bestätigt.“ Am Nebentisch steht Katja und feilt an einem Stück Holz, das später die Form eines Fisches bekommen soll. Handwerk ist allerdings nicht ihre Sache. Die 15-Jährige will lieber zur Bundeswehr gehen. Ob dieser Wunsch bis zu ihrem Schulabschluss bestehen bleiben wird, weiß niemand. genauso wichtig ist es für Teamleiterin Jungblut, den Schülern und Eltern klar zu machen, dass die Tests nur eine Momentaufnahme sind. Schließlich könnten sich Stärken mit der Zeit noch ändern.

Für den Moment sind die Schüler allerdings voll bei der Sache. „Sie sind alle sehr motiviert und konzentriert – das Arbeitsverhalten ist wirklich gut“, sagt Carina Willmes vom Kolping-Bildungswerk. Das könnte unter anderem daran liegen, dass die Klassenlehrer sich während der Tests bewusst zurückhalten und im Nebenzimmer auf ihre Schützlinge warten.So sollen die Jugendlichen sich möglichst unbeobachtet fühlen und aus ihrer Schülerrolle heraustreten können.

Kreis wertet Daten anonym aus

Die sogenannte Potenzialanalyse findet kreisweit in diesem Jahr zum ersten Mal statt. Sie ist einer der Bausteine der landesweiten Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“. Bis zu den Osterferien sollen mehr als 200 Schüler aus dem gesamten Stadtgebiet teilgenommen haben. In anonymisierter Form werden die Ergebnisse auch zur Auswertung an den Kreis weitergegeben.