Schmallenberger schafft Bilder aus Schiefer

Andreas Degner in seiner Schiefer-Werkstatt.
Andreas Degner in seiner Schiefer-Werkstatt.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der ehemalige Dachdecker Andreas degner entwirft in seiner Werkstatt große Wandbilder aus Schiefer - das Besondere daran: Sie verändern ihr aussehen über Licht und Schatten.

Schmallenberg..  Schiefer ist in Schmallenberg ein häufig verwendetes Baumaterial. Und es ist dabei viel mehr als nur Fassadenverkleidung und Dachabdeckung. Andreas Degner (54) ist gelernter Dachdeckermeister und hat ein neues Hobby mit dem altbekannten Material gefunden. Aus Schiefer macht er Bilder – und zwar so, wie andere Künstler sie malen würden. Die dreidimensionale Linienführung aus Schiefer macht seine Bilder zu etwas Besonderem.

Schatten verändern die Bilder

Der Dachdeckermeister hat durch seine lange Berufserfahrung ein feines Gespür für die Beschaffenheit von Schieferplatten. Als er nach einem Herzinfarkt von einigen Jahren gezwungen war, sich in geringeren Höhenmetern zu beschäftigen, blieb er seinem langjährigen Arbeitsmaterial treu. Er begann mit Schattenbildern und Scherenschnitten auf Schiefer. Später entstanden verschiedene Motive und auch Tiere, die Degner plastisch ausarbeitete und in Hausfassaden einfasste.

„Schiefer ist ein wunderbares und sehr warmes Material. Dabei ist es aber sehr widerspenstig, was die Bearbeitung angeht. Es ist schon eine Herausforderung, dieses Material so zu formen, wie man sich das vorstellt“, erzählt Degner. Ihm scheint das aber im Blut zu liegen. Durch die jahrelange Erfahrung kann er heute die filigransten Bilder entstehen lassen. „Bis auf einen Millimeter kann ich in den Bildern runtergehen“, beschreibt Degner seine Fähigkeit, unter der sich viele zunächst einmal nichts vorstellen können. „Wie, Schieferbilder? – Das werde ich immer wieder gefragt. Die meisten können nicht glauben, dass meine Bilder aus Schiefer sind, wenn sie sie das erste Mal sehen“, berichtet Degner.

Das mag vielleicht auch daran liegen, dass man bestimmte Motive erst erkennt, wenn man sie mit einem Abstand von drei Metern betrachtet. „Es ist unglaublich, wie extrem eine Linienführung sein kann. Je weiter man sich von dem Bild entfernt, desto klarer wird es“, sagt Degner. Außerdem verändere sich das Bild den ganzen Tag über. Durch die Dreidimensionalität entstehen Schatten und durch den wechselnden Lichteinfall sehen die Werke immer wieder anders aus.

In diesem Jahr möchte Degner sich an Themenbilder wagen. Dabei will er ein Thema, einen Namen oder ein Motiv plastisch zeigen. „Die Bilder können auch zwischen fünf und sechs Meter hoch werden. Bei dieser Größe eignet sich das Kunstwerk dank des witterungsbeständigen Materials auch gut zum Verzieren einer weißen Fassade“, sagt Degner.

Ein Stück Afrika im Sauerland

Derzeit ist Degner noch mit einem Projekt in seinem eigenen Garten beschäftigt: Auf der weißen Wand der Garage entsteht ein landschaftliches Gemälde mit afrikanischen Tieren. Schon jetzt blicken den Betrachter ein Elefant und ein Gepard von der Wand an. Eine Giraffe und vieles andere soll noch folgen.