Schmallenberger Koch finanziert Drogen über Einbrüche

Symbolbild: Mit Einbrüchen finanzierte sich ein 37-Jähriger seine Drogensucht.
Symbolbild: Mit Einbrüchen finanzierte sich ein 37-Jähriger seine Drogensucht.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
37-Jähriger gesteht vor Gericht insgesamt sieben Taten und bekommt eine Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten.

Schmallenberg/Meschede..  Mindestens sieben Einbrüche gehen auf das Konto eines 37-jährigen Schmallenberges, der die Beute gegen Drogen eintauschte. Im Laufe des vergangenen Jahres brach er in Arztpraxen, Firmen und einen Golfclub ein und erbeutete unter anderem Bargeld und Computer. Vor dem Mescheder Schöffengericht wurde der vorbestrafte Mann nun zu einem Jahr und zehn Monaten Haft verurteilt.

Täterduo teilt sich die Beute

In einigen Fällen war der Mann alleine unterwegs, in anderen hatte er einen Komplizen dabei. So wie im September vergangenen Jahres. Wie schon mehrfach spazierten die beiden Männer nachts durch die Schmallenberger Kernstadt, „um zu schauen, ob sich was ergibt“, wie sie vor Gericht aussagten. „Ergeben“ hatte sich in dieser Nacht ein Einbruch bei der Firma Falke.

An einem der Gebäude war ein Gerüst aufgebaut, auf das die Männer kletterten und von dort aus das Fenster eines Büros aufhebelten. Sie stiegen hinein, scheiterten zunächst aber an der verschlossenen Bürotür und konnten nicht weiter in das Gebäude vordringen. „Ich bin wieder raus und nach Hause gegangen, weil ich Schiss hatte“, sagte der Angeklagte vor Gericht. Sein 28-jähriger Komplize holte ihn allerdings zurück und beide konnten mehrere Laptops erbeuten. Nach allen gemeinsamen Einbrüchen teilten sie die Beute unter sich auf.

Einbrecher fliehen vor der Polizei

Bei zwei seiner nächtlichen Diebestouren ist das Duo allerdings nur knapp der Polizei entwischt: Im August 2014 hatten sie das Fenster zu einer Zahnarztpraxis aufgehebelt, entschieden sich dann aber, zunächst noch eine Runde um den Block zu spazieren. „Wir wurden dann noch von der Polizei kontrolliert, aber wir hatten nur Handschuhe und einen Schraubenzieher dabei“, sagte der Angeklagte. „Sie haben den Schraubenzieher eingezogen und Fotos von uns gemacht – wir sind dann aber trotzdem noch in die Praxis reingegangen.“ Noch im gleichen Monat wachte ein Anwohner der Weststraße nachts auf, weil er ungewöhnliche Geräusche auf der Straße hörte. Als er aus dem Fenster blickte, sah er wie die beiden Männer sich Zugang zu einem Büro verschafften. Er rief die Polizei, aber die Täter konnten fliehen.

Angeklagter ist drogensüchtig

Erst Ende September konnten Beide festgenommen werden. Seitdem saß der Angeklagte in Untersuchungshaft, sein Komplize wurde bereits zu einer Bewährungsstrafe von 18 Monaten verurteilt.

Der nun angeklagte 37-jährige Koch hat allerdings schon mehrere Vorstrafen, unter anderem wegen Diebstahl, Betrug und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Seine Drogensucht ist auch der Grund für die Einbrüche in Schmallenberg. Mit dem gestohlenen Geld kaufte er Amphetamine und Cannabis – das eine zum Wachbleiben, das andere zum Runterkommen. „Ich habe das auch teilweise zum Arbeiten gemacht, in der Gastronomie ist es stressig“, sagte er. Weil er sich, von der Drogensucht abgesehen, sozial gut geführt hat und bereits auf die Suche nach einem neuen Therapieplatz gegangen ist, hat sich die Richterin für die relativ milde Strafe entschieden.