Schlammschlacht für Sportfreaks

Meschede/Herdringen..  18 Kilometer und 20 Hindernisse – der Tough-Mudder-Lauf ist das perfekte Event für Sportfreaks und Adrenalin-Junkies wie mich. Als ich vor einem Jahr zum ersten Mal davon hörte, war ich bereits entschlossen, teilzunehmen. Als ich dann auch noch herausfand, dass der international bekannte Lauf ganz in der Nähe in den Wäldern rund ums Schloss Herdringen in Arnsberg stattfindet, wäre ich am liebsten direkt mitgelaufen. Doch leider war ich vergangenes Jahr mit 16 noch zu jung um teilzunehmen.

Dieses Jahr aber wurde die Altersbegrenzung auf 16 Jahre gesenkt, so dass mir im Grunde nichts mehr im Weg stand. Wenn man spontan einen Halbmarathon laufen kann und bis zu zehnmal die Woche Sport treibt, kann das doch nicht so schwer sein – die Herausforderung war also angenommen.

Eiswasser und Stromschläge

Am vergangenen Wochenende war es endlich so weit: Es gingen erstaunlich viele unerschrockene Läufer an den Start. Zugegeben – wer 140 Euro dafür ausgibt, durch Schlamm und Matsch zu kriechen, in Eiswasser zu baden und aus eigener Kraft meterhohe Wände zu bezwingen und sich genüsslich ein paar Elektroschocks einfängt, muss schon ein bisschen extrem sein. Dafür gab es kostenlos eine Kamera für Schnappschüsse im Schlamm.

Gemeinsam mit zwei Freunden habe ich das Angebot genutzt, auch als „Volunteer“ auszuhelfen und somit für nur 40 Euro mitlaufen zu können. Gleichzeitig hatten wir als Volunteer die Chance, Tough-Mudder-Luft zu schnuppern und uns mental auf den Lauf vorzubereiten. Wir haben an Hindernissen geholfen, Läufer motiviert und die Finisher mit Shirts versorgt.

15 Kilometer barfuß

Am nächsten Morgen standen wir dann selbst am Start, fest entschlossen jedes Hindernis zusammen durchzuziehen. Bereits nach zehn Minuten durften wir uns glücklich im Schlamm wälzen, und weitere zehn Minuten später im Eiswasser tauchen – für mich das schlimmste Hindernis. Benommen ging es schnell weiter, mit jedem Schritt wuchsen Motivation und Adrenalinspiegel. Übermütig rannten wir durch den Wald, lächelten über die Hindernisse, die wir uns wesentlich schwieriger vorgestellt hatten. Doch mit einer Größe von nur knapp 1,60 Meter, hatte ich im Sumpf den Nachteil, schon nach zwei Schritten bis zur Hüfte festzustecken. Kurz geriet ich in Panik, da ich keinen Millimeter vorwärts kam. Doch „Tough Mudder“ wäre nicht „Tough Mudder“, wenn nicht der Teamgeist über allem stünde, und so zerrten mich etwa fünf Männer aus dem Sumpf. Mein Schuh blieb zwar verschollen, doch bei Kilometer Drei aufzugeben kam nicht in Frage.

So ging es die restlichen 15 Kilometer für mich barfuß weiter, was mir den nötigen kleinen Extra-Kick verschaffte. Den Lauf hatten wir uns alle drei um einiges härter vorgestellt, die wahre Herausforderung bestand für mich darin, barfuß über den teils steinigen Untergrund zu joggen um nicht zu kalt zu werden.

So kann der nächste Lauf für uns ruhig etwas härter sein, auch wenn sich der Tough Mudder allein schon wegen der unglaublichen Atmosphäre und den Endorphinen gelohnt hat.