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Schandfleck beseitigen

13.02.2016 | 11:00 Uhr
Schandfleck beseitigen
Ein Komplex, aber zwei Gebäude: Der ehemalige Gasthof Zur Post befand sich in dem rechten Teil, der aus dem 19. Jahrhundert stammt. Älter, nämlich aus dem 18. Jahrhundert, ist der linke Gebäudeteil, der zuletzt als Wohnhaus vermietet war.Foto: Jürgen Kortmann

Ostwig.   Der Heimat- und Förderverein Ostwig will sich um den leer stehenden Gasthof Zur Post kümmern. Ideen für eine neue Nutzung sollen aus dem Ort selber kommen, hofft der Vorstand.

Ausgeschlossen ist im Grunde nur eines: Das der ehemalige Gasthof Zur Post zu einer weiteren Ehrenamtskneipe wird. Mit dem erfolgreichen „Kumm rin“ ist Ostwig damit schließlich gut genug versorgt. Aber der Heimat- und Förderverein, der das „Kumm rin“-Projekt aus der Taufe gehoben hat, will sich jetzt auch um den leer stehenden Gasthof Zur Post kümmern: Der Vorstand will das Vorhaben seinen Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung am 4. März vorstellen. Die Ideen für eine künftige Nutzung sollen aus dem Dorf selber kommen.

Ohne den Gasthof Zur Post hätte es kein „Kumm rin“ gegeben. Denn als die vor acht Jahren dicht machte, hatte Ostwig keine Dorfkneipe mehr. Das setzte wiederum den Prozess in Gang, der zur Gründung des „Kumm rin“ führte. Das hat aber das Post-Problem nicht gelöst. Vor zwei Jahren zogen die letzten Mieter aus. Die Erbengemeinschaft lebt nicht vor Ort. Das Gebäude droht zu verfallen. Der ältere Bauteil davon ist bereits undicht. Und das in dem markanten Bereich am Dorfeingang, wo eben nicht nur das „Kumm rin“ entstanden ist, sondern wo auch der Marktplatz und das Kirchenumfeld so gelungen umgestaltet wurde. „Ein super Platz – aber alle Leute schauen auf den Schandfleck“, sagt Hubert Strube, Schriftführer im Verein.

Nach der Platzsanierung, erinnert sich Carl-Ferdinand Freiherr von Lüninck, entstand die Idee, ob der Verein nach dem „Kumm rin“ nicht ein zweites großes Projekt stemmen könnte: „Irgendwas muss an dieser Stelle passieren“, sagt der Beisitzer im Vorstand – „warum sollen wir nicht etwas Neues wagen? In Ostwig steckt so viel Potenzial.“

„Wir wollen nicht weiter dabei zusehen, wie dieses Haus verfällt“, meint Anne Gerke, zweite Geschäftsführerin: „Wir wollen unseren Ort attraktiv halten.“ Vorgespräche mit den Erben sind geführt worden. Sie signalisieren schon ihr Interesse an einer Lösung.

Das ganze Dorf beteiligen

Das wird eine Herausforderung. Der Post-Komplex besteht aus zwei Gebäuden, der markantere vordere ist der ehemalige Kneipenbereich aus dem 19. Jahrhundert, der hintere ist ein ehemaliges Bauernhaus mit Stall aus dem 18. Jahrhundert – der gesamte Bereich steht unter Denkmalschutz. Auf einer Flurkarte aus dem Jahr 1826 ist das Gebäude verzeichnet – es war damals die Poststation, die immer auch mit einer Bewirtung verbunden war, weiß Hubert Strube. 1890 gab es einen Eigentümerwechsel von der Familie Kohlhaas zur heutigen Eigentümerfamilie Jungsbluth.

Was an dieser Stelle verwirklicht werden könnte, ist derzeit noch völlig offen. Geschäftsführer Georg Müller setzt auf Ideen aus dem Ort: „Jeder hat ein Mitspracherecht. Das ganze Dorf soll beteiligt werden.“

Jürgen Kortmann

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2016-02-13 11:00
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