Sauerländer helfen bei Wiederaufbau in Nepal

Das Sauerländer Helferteam rund um Johannes Börger (Zweiter von links) ist jeden Tag in einem anderen Ort in Nepal unterwegs.
Das Sauerländer Helferteam rund um Johannes Börger (Zweiter von links) ist jeden Tag in einem anderen Ort in Nepal unterwegs.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Team um den Fleckenberger Johannes Börger nutzt Spendengelder für Errichtung von Hütten, Schulen und einer Krankenstation.

Dhulikhel/Schmallenberg..  Sie kannten nur Bilder von den zerstörten Häusern in Nepal, die Realität hat die Helfer aus dem Sauerland noch einmal mehr geschockt. Seit rund zwei Wochen ist das Team rund um Johannes Börger aus Fleckenberg vor Ort. „Vor allem in den ländlichen Gebieten ist die Zerstörung unvorstellbar, da ist wirklich kein Stein auf dem anderen geblieben“, schreibt Thomas Bette über Facebook. Dennoch hätten die Menschen weder ihren Frohsinn noch ihre Freundlichkeit verloren, meint der Schmallenberger, der sich dem Hilfsteam spontan angeschlossen hatte.

Hilfe zur Selbsthilfe

Das Dringendste, was viele Nepalesen nach dem Erdbeben brauchen, ist ein neues Dach über dem Kopf. Das wollen die Helfer mit den Spenden aus Deutschland möglichst vielen von ihnen ermöglichen. „Glücklicherweise hat sich der Monsunbeginn schon mehr als zwei Wochen verspätet, das erleichtert die Arbeiten“, schreibt Bette. Andererseits sei es in einigen Gegenden so trocken, dass die Reisernte ausfalle und es so an grundlegenden Nahrungsmitteln fehle.

Die Unterkunft des Teams liegt in der Stadt Dhulikhel, etwa 30 Kilometer südöstlich von Nepals Hauptstadt Kathmandu. Von dort brechen sie jeden Morgen dorthin auf, wo ihre Hilfe benötigt wird. Aus dem Material-Lager, das sie aufgebaut haben, nehmen sie Dachbleche, Holz und Bambus mit. Vor Ort bauen sie dann einige Hüttengerüste zur Demonstration auf. „Im Idealfall können die Dorfbewohner mit unserem Material dann selbst eine Hütte bauen“, so Bette. „Bei alten Leuten oder alleinstehenden Frauen übernimmt das Team die arbeiten.“ Falls die Wasserversorgung beschädigt sei, versuche er sie wieder in Gang zu bringen, schreibt Bette. Per Smartphone hält er Kontakt nach Deutschland, auch wenn die Verbindung meist schlecht ist.

190.000 Euro an Spenden

Während Thomas Bette heute zurück in die Heimat fliegt, bleibt das Kernteam rund um Johannes Börger noch einige Wochen länger in Nepal. Sie bauen nicht nur Hütten für Privatleute, sondern helfen auch beim Aufbau einer Krankenhaus-Zweigstelle. Spontan haben sie sich außerdem entschlossen, beim Bau von zwei Schulen und einem Kinderheim zu helfen.

Dabei profitieren sie vor allem von den Spendengeldern aus Deutschland, über die sie vor Ort verfügen können, um das Material zu kaufen, das gerade benötigt wird. Nach Angaben von Thomas Bette beträgt der aktuelle Spendenstand 190.000 Euro. Die Spenden kommen aus dem Sauerland, aber auch von vielen Privatleuten und Firmen aus ganz Deutschland.

Die internationale Hilfe werde dringend benötigt, meint Bette: „Die Verwaltung ist ineffizient und überfordert, zudem ist die Korruption in eines der ärmsten Ländern der Welt extrem hoch.“