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Erdbeben

Sauerländer beim dritten Einsatz in Nepal

08.03.2016 | 10:40 Uhr
Sauerländer beim dritten Einsatz in Nepal
Wer auf den offiziellen Listen des Landes als bedürftig registriert ist, darf sich anstellenFoto: Anrit Malli

Fleckenberg/Kathmandu.   Die Hilfsaktionen des Vereins „Lichtblick Nepal“ gehen auch ein Jahr nach dem Erdbeben weiter.

Zu ihrem dritten Hilfseinsatz nach dem Erdbeben im Frühjahr 2015 sind Helfer aus dem Sauerland nach Nepal aufgebrochen. „Norbert Grobbel ist gerade dort, um die Schulprojekte voranzutreiben“, sagt Johannes Börger. Der Fleckenberger ist einer der Initiatoren des Projekts „Lichtblick Nepal“. Er ist in ständigem Kontakt mit den anderen Helfern.

Ihr dritter Einsatz unterscheidet sich deutlich von den vorherigen – direkt nach der Katastrophe ging es vor allem darum, den Menschen ein neues Dach über dem Kopf zu verschaffen. Die Sauerländer haben Schutzhütten gebaut, Krankenhäuser und Schulen errichtet. Allerdings seien die Hütten kaum isoliert, berichtet Börger – ein großes Problem in den Wintermonaten. „Zwischenzeitlich gab es in manchen Orten Temperaturen bis zu zehn Grad Minus“, sagt er. „Dadurch sind viele Menschen gestorben, vor allem Alte und Kranke.“ Deshalb habe der Verein Decken und Jacken verteilt, an Schulklassen und Bedürftige.

Bildung als Schwerpunkt

Für Börger ist der Einsatz in Nepal ein Jahr nach der Naturkatastrophe noch lange nicht zu Ende: „Wir glauben, dass es noch mindestens 20 Jahre dauert, bis die Folgen des Erdbebens nicht mehr spürbar sind.“ Nach dem Wiederaufbau komme es vor allem darauf an, die Bildung der Menschen zu fördern. „Auf Dauer wollen wir uns mehr darauf konzentrieren, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene“, sagt er. Zwei Schulen hat der Verein bereits gebaut, zwei weitere sollen folgen. Norbert Grobbel und sein Sohn Johannes setzen sich gerade genau dafür ein. Zusammen mit dem Grafschafter Maschinenbauer Martin Koch lernen sie die Menschen vor Ort an – „Hilfe zur Selbsthilfe“ lautet das Konzept, auf das die Sauerländer von Beginn an gesetzt haben.

Börger ist es vor allem wichtig, verantwortungsvoll mit den Spendengeldern umzugehen, die ihm die Deutschen mit auf den Weg geben. Rund 300 000 Euro hat der Verein bereits eingenommen, etwa 100 000 Euro sind bisher in Projekte geflossen. Die ehrenamtlichen Helfer rechnen laut Börger lediglich ihre Flugkosten ab, die Unterbringung ist kostenlos. „Unser Verein ist mittlerweile auch in Nepal offiziell registriert“, sagt er. Und in Deutschland könne er nun selbst Spendenquittungen ausstellen – in der Anfangsphase waren die Finanzen über den ehemaligen Mescheder Pastor Günter Eickelmann gelaufen.

Börger selbst wird im Mai die nächste Reise antreten. Er organisiert auch weiterhin Wandertouren für deutsche Touristen an, denn nicht alle Gebiete in Nepal sind von den Folgen des Erdbebens betroffen und er will die Tourismusbranche unterstützen, die seit dem Erdbeben mit starken Verlusten zu kämpfen hat.

Katrin Clemens

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2016-03-08 10:40
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