Sankt-Walburga-Hauptschule soll nicht mehr katholisch sein

Ein Blick auf die katholische St.-Walburga-Hauptschule in Meschede. Der Name könnte sich ändern.
Ein Blick auf die katholische St.-Walburga-Hauptschule in Meschede. Der Name könnte sich ändern.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die katholische Hauptschule in Meschede könnte ihren religiösen Namenszusatz verlieren. Eine Abstimmung zur Umwandlung als Gemeinschaftshauptschule läuft.

Meschede.. Eltern haben bei der Stadt Meschede beantragt, die katholische St.-Walburga-Hauptschule in eine Gemeinschaftshauptschule umzuwandeln. Damit machen sie von einer erst kürzlich beschlossenen Änderung des Schulgesetzes Gebrauch. Die rot-grüne Landesregierung will damit die Umwandlung so genannter staatlicher Bekenntnisschulen in Gemeinschaftsschulen erleichtern.

Schule soll offen für alle sein

Die Initiative der Eltern in Meschede begründet ihren Vorstoß damit, sie wolle signalisieren, dass die Schule offen für alle Kinder und Jugendlichen sei. Das Leitbild und das Profil der Schule würden sich dadurch nicht verändern. Das bestätigte auch Jörg Fröhling, Pressesprecher der Stadt Meschede, in deren Trägerschaft sich die Einrichtung befindet.

„Die katholische Hauptschule ist ohnehin offen für alle Bekenntnisformen und für alle kulturellen und religiösen Formen“, erklärte er. Einzige faktische Änderung: Derzeit müssen die Schulleitung und die Stellvertretung noch zwingend katholisch sein, diese Vorgabe würde künftig wegfallen.

Nach Auskunft der Stadt Meschede haben etwa 64 Prozent aller Schülerinnen und Schüler an der Einrichtung derzeit einen Migrationshintergrund. Es seien aber nicht die Eltern dieser Schüler gewesen und auch keine muslimisch Gläubigen, die den Wunsch nach einer Umbenennung vorangebracht hätten, sagte Jörg Fröhling.

Die Schulpflegschaft betonte in einem Schreiben an die Eltern, einen hohen Stellenwert habe in der St.-Walburga-Schule die gegenseitige Wertschätzung aller: „Schule lebt durch das Miteinander aller Beteiligten – Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer. Deren wertschätzende Zusammenarbeit bestimmt die Atmosphäre einer Schule unabhängig davon, ob sie Bekenntnisschule oder Gemeinschaftsschule ist.“

47 Prozent der Eltern für eine Abstimmung

Um die Abstimmung zu erreichen, hatte ein Fünftel der Eltern einen Antrag dazu unterstützen müssen. Dabei sprachen sich 47 Prozent für einen Urnengang aus: immerhin 126 von 263 Eltern. Im nächsten Schritt muss bei der Abstimmung nur ein Drittel für die Umwandlung stimmen, damit sie umgesetzt wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass es so kommt, ist angesichts der Unterstützung entsprechend hoch.

Die St.-Walburga-Hauptschule war im Jahr 1969 aus der damaligen Volksschule entstanden. Bereits ab dem nächsten Schuljahr könnte die Umwandlung dann wirksam sein.