Rupert Schieche will nie wieder Nacktrodeln

Eversberg..  Gedichte und Verse gehören mittlerweile eher zum Spartenprogramm der Kleinkunst. Als mainstreamfähig gelten noch Heinz Erhard, Wilhelm Busch oder Robert Gernhardt – und da in erster Linie deren Nonsens-Verse. So kam es, dass sich am Sonntagabend ein recht übersichtliches Publikum in der Kleinkunstbühne Kokolores einfand, um Rupert Schieche mit seinem Programm „Nacktwandern – unterwegs auf blanken Versen“ beizuwohnen. Dass er erst nach drei Zugaben die Bühne verlassen durfte, lässt erahnen, wie publikumswirksam Rupert Schieches Darbietung war.

Stand-up-Comedy und Gesang

Bis zu dem Zeitpunkt hatte er das Publikum mit seiner Mischung aus schrägen, im Stile altdeutscher Oden gehaltenen Gedichte, modernem Stand-up-Comedy und Gesang schon längst geschlossen hinter sich. Grandios seine Parodie auf performende Poetry-Slammer oder sein Gedicht über das, von einigen Zeitgenossen gefrönte Hobby des Nacktrodelns: „…lasse mich nicht lange bitten, hock mich nackig auf den Schlitten. Der Wind pfeift durch die Poporitze, während ich hinunter flitze. Stocksteif sind fast ... fast alle Glieder. Nacktrodeln nein, nie, niemals wieder.“

Auf dem Gebiet der Nonsens-Verse braucht sich Rupert Schieche nicht vor den großen Namen des Genres verstecken. Ein sehr unterhaltsamer Abend, der trotz dreier Zugaben leider viel zu früh zu Ende ging. Wie sagte schon der rosarote Panther: „Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage!“