Rauchmelder für 1800 Wohnungen

Techniker Martin Scheele
Techniker Martin Scheele
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Was wir bereits wissen
200000 Euro investiert die Siedlungs- und Baugenossenschaft Meschede, um in ihren 1800 Wohnungen Rauchmelder einzubauen. So soll die Sicherheit der Mieter erhöht werden.

Meschede..  Drei Zahlen, die für sich sprechen: 200 000 Euro investiert die Siedlungs- und Baugenossenschaft Meschede gerade, um 7500 Rauchmelder in ihren 1800 Wohnungen zu installieren. „Wir wollen, dass sich unsere Mieter sicherer fühlen“, sagt Vorstand Josef Lumme.

Die Genossenschaft will nicht warten, bis 2017 alle Wohnungen und Wohn­häuser in NRW verpflichtend mit Rauchmeldern ausgestattet werden müssen: „Wir ziehen das für uns vor.“ In den SBG-Wohnungen in Finnentrop und in Schmallenberg ist der Einbau schon erfolgt, gerade ist Meschede an der Reihe, danach folgen noch die Häuser in Bestwig und in Eslohe.

Auch Wartung ist mit im Auftrag

Josef Lumme sieht den Komplett-Einbau in allen Wohnungen als logische Fortsetzung an. Denn in der Vergangenheit hatte die Genossenschaft bereits in Treppenhäusern und Fluren freiwillig Rauchmelder angebracht. Das erwies sich im Januar 2012 als lebensrettend, als es frühmorgens im Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses der Genossenschaft an der Waldstraße brannte. Die Rauchmelder gaben Alarm, alle Hausbewohner verließen unverletzt das Gebäude.

Für die Vergabe des Rauchmelder-Großauftrages hat sich die Mescheder Genossenschaft mit anderen südwestfälischen Wohnungsbaugesellschaften zusammengetan. Das Projekt wurde deutschlandweit ausgeschrieben. Gewonnen hat den Auftrag das Berliner Unternehmen „Pyrexx“, das selbst Rauchwarnmelder entwickelt und herstellt. Es ist auch das erste Dienstleistungsunternehmen in Deutschland, das sich auf die Wartung von Rauchmeldern spezialisiert hat. „Pyrexx“ baut deshalb nicht nur die 7500 Rauchmelder hier in der Region ein, sondern übernimmt anschließend auch deren Wartung im Auftrag der Siedlungs- und Baugenossenschaft – so entfällt das im Umgang mit Mietern möglicherweise konfliktträchtige, aber so entscheidende Detail, wer sich denn nun eigentlich um den Wechsel der Batterie zu kümmern hat. Dieses Problem tritt ohnehin erst einmal nicht auf: Vorbei ist die Zeit der alten Block-Batterie im Rauchmelder, moderne Warngeräte haben eine Lithium-Batterie, die zwölf Jahre halten soll. Zumal: „Pyrexx“-Regionalleiterin Sylvia Stresemann kennt aus Erfahrung auch Fälle, wo Bewohner die Block-Batterie des Rauchmelders kurzerhand entfernt hatten, weil in einem Elektrogerät gerade eine fehlte.

Keine blinkende Diode mehr

Diese neuen Rauchmelder haben auch nicht mehr die in regelmäßigen Abständen blinkende rote Leuchtdiode, die bislang die Betriebsbereitschaft eines Gerätes anzeigte: In vielen Häusern, weiß Sylvia Stresemann, hätten Bewohner diese wieder abmontiert, weil sie das Blinken zum Beispiel im Schlafzimmer nervte. Weil die Bewohner in den SB-Häuser international ist, sind alle Bedienungsanleitungen mitsamt Verhaltensregeln im Brandfall mehrsprachig gehalten.

Jetzt erhält jeder Raum (außer Badezimmer und Küche) in jeder Wohnung einen Rauchmelder. Auch die bislang eingebauten, veralteten Rauchmelder in Fluren und Treppenhäusern werden bei der Aktion gleich ausgetauscht und modernisiert. Rauchmelder werden auch nicht mehr in der Decke verdübelt, sondern rasch mit einem Klebepad befestigt.

Die Rauchmelder-Aktion ist vor allem eine logistische Herausforderung, nämlich Termine mit allen Mietern auszumachen. Nur eine Handvoll, sechs oder sieben, haben den Technikern bislang den Zutritt zu ihrer Wohnung verweigert. Mit ihnen wird die Genossenschaft Einzelgespräche führen. Weil es sich um eine Modernisierung handelt, muss dem Vermieter am Ende ohnehin der Zutritt zur Wohnung gestattet werden.