Premiere in Meschede: 70 Jahre nach Kriegsende

70 Jahre nach Kriegsende reichen  sich  die Vertriebenen aus Winzig und  die neue polnische Gemeindevorsteherin die Hände: (
70 Jahre nach Kriegsende reichen sich die Vertriebenen aus Winzig und die neue polnische Gemeindevorsteherin die Hände: (
Foto: Privat
Vetriebene aus Winzig und die polnische Gemeindevorsteherin reichen sich die Hände.

Meschede..  Es war das 64. Heimattreffen und das 30. Treffen in Meschede – und doch gab es eine Premiere beim jährlichen Winziger Heimattreffen: Erstmals nahm auch eine Vertreterin der heute polnischen Stadt Winsko teil. Die neue Gemeindevorsteherin Jolanta Krysowata-Zielnica nutzte die Gelegenheit, alle Teilnehmer des Heimattreffens zu einem Besuch in Winzig (Winsko) einzuladen. Bürgermeister Uli Hess begrüßte den Besuch von Jolanta Krysowata-Zielnica und hielt es im Sinne eines vereinten Europa für den richtigen Zeitpunkt nun einander die Hand zu reichen.

Patenschaft 1956 übernommen

Die Stadt Meschede hat offiziell am 10. Juni 1956 die Patenschaft über die nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat Winzig (Kreis Wohlau/Schlesien) Vertriebenen übernommen. 20 Heimatfreundinnen und –freunde nahmen an dem dreitägigen Treffen teil.

Bei der Sitzung des Patenschaftsbeirates wurde Karl-Heinz Krause zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der bisherige Vorsitzende, Walter Zain, stellte sich aus gesundheitlichen Gründen nach zehn Jahren nicht wieder zur Wahl. Bürgermeister Uli Hess dankte ihm in seinem Grußwort noch einmal ausdrücklich für seinen großen persönlichen Einsatz für die Heimatgemeinschaft Winzig.

Wie Meschede unterhält auch die Gemeinde Neufraunhofen in Niederbayern eine enge Freundschaft zu den Winzigern. Dort fand bereits 1946 das erste kleine Heimattreffen statt. Durch die gegenseitigen Besuche anlässlich der Zusammenkünfte in Meschede und Neufraunhofen, später auch in Dittersbach auf dem Eigen und Seiffen/Erzgebirge, hat sich im Lauf der Jahre auch eine enge Freundschaft zwischen Meschede und Neufraunhofen entwickelt, ohne dass eine offizielle Verbindung besteht. Deshalb wurde auch in diesem Jahr wieder eine mehrköpfige Delegation aus Naufraunhofen mit Bürgermeister Bernhard Gerauer an der Spitze in Meschede begrüßt.

Das Treffen begann mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Christuskirche mit Pfarrer Dietmar Schorstein und Pastor Reinhold Schlappa.

Das anschließende gemütliche Beisammensein im Hennedamm- Hotel eröffneten Grußworte der beiden Bürgermeister.

Darauf folgten ein paar gesellige Stunden mit dem Austausch vieler gemeinsamer Erinnerungen. Weitere Programmpunkte des Wochenendes waren die Besichtigung der Ausstellungsvitrinen mit Erinnerungsstücken aus der schlesischen Heimat im Stadtarchiv in Grevenstein und eine Schifffahrt auf dem Hennesee.