Praxisanleiter helfen den Berufs-Neulingen

Meschede..  Sie sind interessiert, einsatzfreudig, verantwortungsbewusst - und sie bringen zusätzlich hohe Motivation mit: Stefanie Siepe und Carina Bange. Junge, bewährte Klinik-Mitarbeiterinnen, denen förmlich anzumerken ist, wie sehr sie darauf brennen, die aktuell erworbenen Kenntnisse nun anwenden zu dürfen: „Von uns aus“, betonen die Frauen, „kann’s los gehen – wir stehen parat.“

Eigenschaften, welche auf die 13 übrigen Lehrgangsteilnehmer gleichermaßen zutreffen. Da sich alle während der vergangenen Monate mächtig ins Zeug legten, hatten sie nun Grund zu großer Freude. Deshalb herrschte im Mehrzweckraum der Verbund-Pflegeschule am St.- Walburga-Krankenhaus eine entspannte Atmosphäre: Mit dem Schlückchen Sekt in der Hand stießen die soeben frisch ernannten Praxisanleiter – aus verschiedenen Hospitälern der Region entsandt – auf den erfolgreichen Abschluss der Zusatz-Qualifikation an. Das von Hans-Dieter Kisling, Leiter der Einrichtung, überreichte Zertifikat berechtigt jetzt dazu, den Branchen-Nachwuchs für das Gesundheitswesen mitausbilden zu helfen. Ihn im Hinblick auf die künftigen Anforderungen sachkundig zu unterstützen, zählt ab sofort zu den vordringlichen Aufgaben.

Kurs mit mehr als 200 Stunden

So belegten die Akteure im Vorfeld einen 200-Stunden-Kursus, der sie – angefangen bei der Reflexion des eigenen Auftrags bis hin zur Analyse pädagogischer Rahmenbedingungen – mit vielen Facetten des Tätigkeitsgebietes konfrontierte.

Nach den Worten von Dozentin Heidelore Lessig kam der „Vermittlung didaktischen und psychologischen Basiswissens“ besondere Aufmerksamkeit zu. Die Überlegung, was bei der Präsentation von Themen zu beachten ist, gehörte ebenso zu den Seminarinhalten wie die Diskussion rechtlicher Belange.

Und weil die Absolventen – bezogen auf den Stationsalltag – als wichtige Kontaktpersonen gelten, wurden bei der Vorbereitung auf die damit eventuell verknüpfte Schlichter-Rolle ein ums andere Mal situationsorientierte Kommunikationsmuster analysiert.

„Man hat uns bestens eingewiesen“, konstatieren Siepe/Bange rückblickend. Know-how, das beide an die Schülerinnen und Schüler weitergeben wollen. Der Vorteil: Da die zwei den identischen Ausbildungsprozess durchliefen, können sie umso besser Art und Aufwand der Betreuung einschätzen. „Wir werden rasch das Gespür dafür entwickeln“, betont das Duo zuversichtlich, „bei wem etwaige Standards noch zu vertiefen oder in welchen Situationen – bis zu einem bestimmten Grad – Fehler tolerabel sind.“ Denn dass gerade bei Berufs-Neulingen nicht auf Anhieb sämtliche Handgriffe perfekt „sitzen“, haben die Fachkräfte häufiger miterlebt – nicht zuletzt bei sich selbst. Daher auch die Schlussbemerkung: „Ohne ein gewisses Grundverständnis und Fingerspitzengefühl im gegenseitigen Miteinander wird’s nicht funktionieren.“

„Eine engagierte Mannschaft“

Lessig ist überzeugt, dass jeder aus dem Fünfzehner-Kreis die mit der Praxisanleitung verbundenen Verpflichtungen bravourös erledigen wird: „Es machte riesigen Spaß, sie zu unterrichten. Eine engagierte Mannschaft.“