„Porsche-Jäger“ aus Ärger wieder beim Händler geparkt

Der Mercedes GTS – angeblich eine Kampfansage an die Porsche-Welt – steht hier wieder vor dem Mescheder Autohaus.
Der Mercedes GTS – angeblich eine Kampfansage an die Porsche-Welt – steht hier wieder vor dem Mescheder Autohaus.
Foto: Karl-Heinz Engemann
Was wir bereits wissen
Die Soundanlage funktionierte nicht perfekt, Ersatzteile kamen nicht - da parkte der Besitzer eines Mercedes GTS das Auto mit einem entsprechenden Hinweis kurzerhand vor dem Eingang des Autohauses.

Meschede.. „Porsche-Jäger“ und „Supersportler“ heißt er in der Werbung; der Slogan lautet: „Es gibt nichts Heißeres“. Mit 510 PS und 150 000 Euro Kosten ist der rote Flitzer sehr schnell und sehr teuer. Ärgerlich, wenn man viel Geld für so ein Auto ausgibt, und es dann nicht so funktioniert wie erwartet. Am Wochenende platzte dem Besitzer des Mercedes GTS der Kragen.

Premium-Kunde

Sein nagelneues, feuerrotes Auto, ein „Spielzeug“, wie er selbst zugibt, parkte er deshalb direkt vor der Tür des Händlers im Schwarzen Bruch, bei dem er es gekauft hatte. Dort versperrte es die Einfahrt. In der Frontscheibe ein Zettel: „Dieses Fahrzeug steht hier rum, weil Mercedes seit Wochen die benötigten Ersatzteile nicht liefern kann! Wenn Sie auch Premium-Kunde bei Mercedes werden möchten, dann jetzt!“

„Da hat sich wohl einer richtig geärgert“, merkte daher auch Leser Karl-Heinz Engemann an, dem das Auto auffiel und der es deshalb fotografierte.

Der Besitzer des Wagens möchte zwar namentlich nicht genannt werden, sagt aber, dass er regelmäßig Autos für sein Unternehmen bei Mercedes ordere. Der GTS sei ein „Spielzeug“ für einen viel arbeitenden Mann. Es seien zwar nur Komfort-Details, die es zu bemängeln gebe, „aber ich erwarte einfach, dass ein Auto für den Preis auch einwandfrei funktioniert.“

Den Vertragshändler in Meschede treffe keine Schuld, davon ist der Besitzer des Fahrzeugs überzeugt. Der Fehler liege bei Mercedes. Die Mitarbeiter in Meschede würden die Aufträge für die Ersatzteile auch nur an die Zentralen in Berlin und Stuttgart weiterleiten. „Für den GTS geht es dann noch eine Station weiter nach Affalterbach, wo das Auto produziert wird.“ Trotzdem: „Vier Wochen ohne Bewegung, das war einfach zu viel.“

Das Autohaus bedauert den Vorfall. Ein Sprecher sagt, es handele sich um ein absolutes Kleinteil, „eine Aufwertung für die Musikanlage“. Der Kunde habe selbst schon zugegeben, dass er überreagiert habe. „Das Auto ist wieder weg.“ Und das fehlende Teil sei bestellt. „Wir wollen, dass alle Kunden zufrieden sind, egal, ob sie einen Kleinwagen oder einen Rennwagen kaufen.“