Polizeipräsenz im Kreis erhalten

Weitere Personalkürzungen bei der Polizei im Hochsauerlandkreis sind nicht zu verkraften, sagt Landrat Dr. Karl Schneider.
Weitere Personalkürzungen bei der Polizei im Hochsauerlandkreis sind nicht zu verkraften, sagt Landrat Dr. Karl Schneider.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Landrat Dr. Karl Schneider hält an seiner Politik fest, im ganzen Hochsauerlandkreis eine flächendeckende Polizeipräsenz zu sichern. Die sieben Wachen sollen erhalten bleiben

Meschede/Hochsauerlandkreis..  Der ranghöchste Polizist im Kreisgebiet ist in den Ruhestand gegangen: Über zwölf Jahre war Polizeidirektor Georg Petering zunächst Leiter der Abteilung Gefahrenabwehr/Strafverfolgung und damit für alle Wachen, den Bezirksdienst und die Kriminalpolizei zuständig. Nach einer landesweiten Organisationsänderung wurde er als „Abteilungsleiter Polizei“ auch zusätzlich für die gesamte Verwaltung zuständig.

400 Beschäftigte in Polizei-Behörde

Petering war 2002 von der Bezirksregierung zur Kreispolizeibehörde gewechselt. Als Leiter der Behörde dankte ihm Landrat Dr. Karl Schneider für das vertrauensvolle Verhältnis in dieser Zeit.

Die Nachfolge ist erst einmal offen. Landesweit soll jetzt, unterhalb einer offiziellen Ausschreibung, durch ein so genanntes Interessenbekundungsverfahren nach Bewerbern gesucht werden. Der Landrat hofft auf eine rasche Neubesetzung für die Führung der heimischen Polizeibehörde mit ihren rund 400 Beschäftigten. Er hat beim Innenministerium in Düsseldorf schon klargestellt, „dass keine Entscheidung gegen den Willen des Hochsauerlandkreises gefällt wird“: „Der Bewerber muss auch zur Region passen.“

Mit ihren 400 Beschäftigten sei die Kreispolizeibehörde derzeit noch ausreichend gerüstet, sagte Schneider gegenüber unserer Zeitung: „Wir sind so ausgestattet, dass wir sagen können, wir beherrschen die Sicherheitslage.“ Nach einem Rückgang um 16 Prozent in den letzten Jahren könne der HSK allerdings nicht noch weniger Polizisten kompensieren: „Würden es noch einmal 20 Beamte weniger, dann können unsere Wachen nicht mehr im Volldienst aufrecht erhalten werden.“ Derzeit gibt es kreisweit sieben Wachen. Der Landrat hält an seiner Politik fest, eine flächendeckende Polizeipräsenz zu sichern.

Absage nach Dortmund

Schneider (CDU) erteilt auch Plänen eine Absage, die Kreispolizeibehörden im Land zu reduzieren und stattdessen große Polizeipräsidien einzurichten. Im Fall des Hochsauerlandkreises wäre dann das Polizeipräsidium Dortmund zuständig. Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) hat eine Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz des (grünen) Polizeipräsidenten von Münster, Hubert Wimber, eingerichtet, die überprüft, welche Aufgabengebiete bei der Polizei wegfallen könnten. Wimber hat eine Reduzierung von jetzt 56 Kreispolizeibehörden in NRW auf künftig zwölf Großpräsidien ins Spiel gebracht. Landrat Dr. Karl Schneider hält nichts von diesen Plänen: „Es geht auch um die gefühlte Sicherheit. Der Bürger darf nicht den Eindruck bekommen, dass die Polizei zu weit von ihm entfernt ist.“