Patent entwickelt

Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Maschinenelemente und technische Logistik der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg hat die Firma Gabriel jetzt ein Patent entwickelt. Was folgte, war einer der interessantesten Aufträge in der Firmengeschichte.

Doch von vorn: Zum Kerngeschäft der Firma Gabriel gehört auch die Produktion von Routenzügen - ein Transportmittel innerhalb einer Firma, mit dem in mehreren Anhängern das Material an die einzelnen Stationen geliefert wird. Und zwar „just in time“: also nur so viel, wie gerade eben auch benötigt wird. In einer mehr als einjährigen Zusammenarbeit mit der Uni Hamburg hat das Frielinghauser Unternehmen jetzt eine neuartige Lenkung entwickelt, die inzwischen auch patentiert ist. „Dabei bewegen sich nicht wie üblich die Räder. Im Prinzip drehen sich die Anhänger um die Radachse“, erklärt Christian Siewers, Diplom-Ingenieur und Betriebsleiter der Firma Gabriel.

Weniger Platz nötig

Das habe zum einen den Vorteil, dass ein Routenzug beim Lenken nicht mehr so viel Platz benötige, fügt Geschäftsführer Ferdinand Gabriel hinzu. Zum anderen sei das neue System günstiger. Denn: „Statt wie bisher sechs Lenkungen benötige ich nur noch vier.“ Damit ist das Ganze 20 Prozent günstiger als alles Vergleichbare, was im Bereich Routenzüge bisher auf dem Markt ist.

Bis zur Einführung auf dem Markt wird es noch einige Monate dauern, aber aufgrund dieser neuartigen Innovation ist die Firma Bosch-Rexroth aus Schweden auf den Routenzugspezialisten aus dem Sauerland aufmerksam geworden. Das schwedische Unternehmen gilt in seiner Gruppe als Innovationszentrum, in dem regelmäßig technische Neuerungen und Innovationen eingeführt werden. Eine große Chance für die kleine Frielinghauser Firma. Denn: Ist Bosch von den innovativen Routenzuganhängern überzeugt, besteht die Aussicht, dass der Automobilzulieferer die Routenzüge in größerer Stückzahl auch für andere Werke anschafft.