Partner im Tourismus

Sie unterzeichneten im ehemaligen Büro des Rambecker Bergwerksdirektors (dessen Silhouette hier als Schaustück mit im Bild ist) den Partnerschaftsvertrag: Von links Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus, stellv. Landrat Jens Deutschendorf und Museumsleiter Dr. Sven-Hinrich Siemers.
Sie unterzeichneten im ehemaligen Büro des Rambecker Bergwerksdirektors (dessen Silhouette hier als Schaustück mit im Bild ist) den Partnerschaftsvertrag: Von links Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus, stellv. Landrat Jens Deutschendorf und Museumsleiter Dr. Sven-Hinrich Siemers.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Das Bergbaumuseum Ramsbeck und der Geopark „GrenzWelten“ im Waldecker Land sind jetzt Partner. Damit verzahnen sich zwei Tourismus-Magnete im hessisch-westfälischen Grenzbereich.

Ramsbeck..  Spätestens jetzt ist die mittelalterliche Fehde um die Erzlagerstätten bei Ramsbeck auch offiziell vorbei: Nun wurde der Partnerschaftsvertrag zwischen dem Bergbaumuseum Ramsbeck und dem Geopark „GrenzWelten“ im Waldecker Land unterzeichnet. Damit verzahnen sich zwei bedeutende Tourismus-Magnete im hessisch-westfälischen Grenzbereich.

Quasi genau im Bereich des heutigen Besucherbergwerks, hier an der Valme, war im Mittelalter die Grenzlinie zwischen kurkölnischem und waldeckischen Interessengebiet. Museumsleiter Dr. Sven Hinrich Siemers hat sich dafür noch einmal den bekannten Ramsbecker „Ausbeutetaler“ näher angeschaut: Der zeigt genau diese Auseinandersetzung – der „gute“ Bastenberg auf der Münze liegt im Bereich der kurkölnischen Bergordnung, während in den „bösen“ Dörnberg im Bereich der Waldecker der Blitz einschlägt und die Bergleute entsetzt aus dem Stollen fliehen. Das ist alles Schnee von gestern. Jetzt wird kooperiert. Nun kann auch das Ramsbecker Museum von dem bekannten „Urzeit-Dackel“ profitieren – dem Procynosuchus, einem kleinen Saurier, der als Logo den Geopark „GrenzWelten“ ziert.

„Touristisch gibt es keine Grenzen“, sagt Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus: „Für alle ist das ein deutlicher Mehrwert.“ Auch Jens Deutschendorf, stellvertretender Landrat im Landkreis Waldeck-Frankenberg und zuständig für die „Grenz­Welten“ meint: „Von einer Kooperation werden beide Seiten profitieren.“ Die Vernetzung ist das neue Zauberwort.

Gegenseitige Werbung

Museumsleiter Siemers hat sich die Besucherumfragen in Ramsbeck genauer angeschaut. Demnach sind zwei Drittel der Gäste nach ihrem Ramsbeck-Erlebnis begeistert von den Themen Bergbau, Geschichte und Geologie. Und da ist Ramsbeck jetzt in guter Gesellschaft.

Denn Teil des Geoparks sind zum Beispiel Deutschlands größte Goldlagerstätte am Korbacher Eisenberg, neun weitere Schaubergwerke und das Schwerspatmuseum in Dreislar. Hinzu kommen die unterschiedlichen Gesteinsformationen im Grenzbereich – zwischen Rheinischem Schiefergebirge im Hochsauerland und der Hessischen Senke.

Die beiden neuen Partner bewerben sich jetzt gegenseitig. So sollen möglichst viele Touristen der Grenzregion über die jeweilige Landesgrenze hinweg gelockt werden. Mitaufgenommen wird dabei zum Beispiel auch der neu entstandene Bergbauwanderweg rund um Ramsbeck.

Anstöße für Museumspädagogik

Museumsleiter Siemers plant, in Ramsbeck die Museumspädagogik auszubauen, um die Angebote kindgerechter/verständlicher zu machen. Auch dafür könnte es neue Anstöße geben. Denn der Geopark hat Partnerschulen, in denen die Lehrer diese besonders Art der Heimatkunde in den Unterricht einbauen – zuletzt ist die Grundschule in Marsberg aufgenommen worden.