Papierberge sind bald Vergangenheit

Hochsauerlandkreis..  Unter der Last ihrer Sitzungsvorlagen gebückt in Richtung Kreishaus hastende Regionalpolitiker? Papierberge auf den Schreibtischen der Sitzungssäle? Solche Szenarios sind im Hochsauerlandkreis schon bald Geschichte, denn: „Der digitale Sitzungsdienst wird grundsätzlich eingeführt“, heißt es in einer Vorlage der Kreisverwaltung, über die in der nächsten Sitzung des Kreistags am kommenden Freitag, 19. Juni, in Meschede abgestimmt wird.

Der Beschlussvorschlag ist ganz bewusst sehr allgemein formuliert, denn die Mitglieder aller Fraktionen sollen selbst entscheiden, wie sie künftig auf ihre Sitzungsunterlagen zurückgreifen möchten – zwei Alternativen sind möglich:

Alternative 1 sieht vor, die von der Bielefelder Firma Sternberg entwickelte Sitzungs-App „iRICH“ zu nutzen. Die Beschaffung der benötigten iPads – Kosten: etwa 500 Euro pro Stück – würde bei dieser Lösung zentral durch die Verwaltung erfolgen. „Allen Kreistagsmitgliedern, die zukünftig auf die Bereitstellung der Sitzungsunterlagen in Papierform verzichten und die erforderliche Erklärung zur Teilnahme am digitalen Sitzungsdienst unterzeichnen, wird für die Anschaffung eines iPads pro Wahlperiode ein Zuschuss des Hochsauerlandkreises gewährt, über dessen Höhe noch zu beschließen ist“, heißt es in der Sitzungsvorlage mit Blick auf das Prozedere. Die Restfinanzierung soll durch Abzug von der Aufwandsentschädigung der Kreistagsmitglieder erfolgen. Wer bereits über ein geeignetes iPad verfügt und es für den digitalen Sitzungsdienst einsetzt, erhält den Zuschuss ebenfalls.

Alternative B wäre die ausschließliche Nutzung des Kreistagsinformationssystems im Internet. Die gewünschten Geräte (Notebook, Tablet-PC oder ähnliches) würden dann privat durch die Kreistagsmitglieder beschafft. Auch bei dieser Variante wäre ein Zuschuss des HSK zu gewähren.

Sachkundige Bürger/beratende Mitglieder in Ausschüssen erhalten Sitzungsunterlagen zunächst weiter in Papierform. Auch auf Grund der hohen Kostenersparnis (siehe rechts) nutzen viele Kommunen und Kreise in Südwestfalen bereits papierlosen Sitzungsdienst.