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Palliativstation in Grafschaft eröffnet

11.11.2011 | 18:11 Uhr
Palliativstation in Grafschaft eröffnet
Freuen sich über die neue Palliativstation im Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft: (v.l.) Prof. Dr. Dieter Köhler, Dr. Karim Osseriran, Stationsleitung Birgit Gördes und Dr. Peter Haidl im Aufenthaltsbereich der neuen Station. Foto: Laura Mock

Grafschaft.  Das Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft hat Anfang November eine Palliativstation eröffnet. „Nach einer Analyse, die wir in Auftrag gegeben haben, besteht im südlichen Hochsauerlandkreis eine Unterversorgung in diesem Bereich“, erklärt Dr. Karim Osseiran, Leiter der neuen Station.

Das Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft hat Anfang November eine Palliativstation eröffnet. „Nach einer Analyse, die wir in Auftrag gegeben haben, besteht im südlichen Hochsauerlandkreis eine Unterversorgung in diesem Bereich“, erklärt Dr. Karim Osseiran, Leiter der neuen Station.

Das nächste Krankenhaus mit einer Palliativstation (acht Plätze) ist das Marienhospital in Arnsberg. Für Patienten und Angehörige, die sonst lange Anfahrtswege nach Arnsberg in Kauf nehmen müssten, aber auch für die Entwicklung des Fachkrankenhauses Kloster Grafschaft selbst ist die Einrichtung der Palliativstation ein wichtiger Schritt. „Wir haben überlegt, wohin wir uns entwickeln möchten“, erklärt Dr. Osseiran, der die Idee angestoßen hat. Da aufgrund des Schwerpunktes viele unheilbar kranke Patienten – mit einem Krebsleiden oder anderen schweren Lungenkrankheiten – in Grafschaft behandelt werden und dabei immer schon palliativmedizinische Ansätze eine Rolle gespielt haben, bot sich der Aufbau einer Palliativstation an.

Fünf Plätze sind jetzt erst einmal geschaffen worden. Die zwei Doppel- und ein Einzelzimmer sowie der Aufenthaltsraum mit Küchenecke zeichnen sich durch eine besonders wohnliche Atmosphäre aus. „In der Palliativmedizin geht es schließlich um die ganzheitliche Versorgung, nicht nur medizinisch, sondern auch sozial und seelisch.“ Neben 13 ehrenamtlichen Hospizbegleitern, die ambulant und stationär zur Verfügung stehen, gibt es außerdem einen externen Psychologen, der sich um Patienten, Angehörige und – aufgrund der großen psychischen Belastung – auch um das Behandlungsteam kümmert. Zudem wurden zwei neue Stellen in der Pflege eingerichtet.

Neben Dr. Osseiran haben zwei weitere Fachärzte eine zusätzliche Ausbildung in Palliativmedizin absolviert. Weitergebildet wurden außerdem sechs Pflegekräfte, weitere 30 Mitarbeiter wurden für den neuen Aufgabenbereich sensibilisiert, um einen ersten Einblick zu gewinnen.

90 Patienten pro Jahr haben die regionalen Kostenträger, die Krankenkassen, die für die regionale Versorgung zuständig sind, genehmigt. Das soll aber nur der erste Schritt sein. „Wir sind schließlich überregional tätig“, erklärt Dr. Osseiran. In einem zweiten Schritt sollen über den Bettenplan NRW beim Ministerium weitere Plätze genehmigt werden. „Der Bedarf liegt weit höher als 90 Patienten“, erklärt Dr. Osseiran, dem die Palliativmedizin sehr am Herzen liegt. „Zunächst warten wir aber ab, wie das neue Angebot angenommen wird.“ Für weitere Plätze sei außerdem ein Anbau notwendig.

Trotz des Schwerpunktes des Fachkrankenhauses beschränkt sich das neue Angebot nicht nur auf Patienten mit einem unheilbaren Lungenleiden – „wir haben auch eine internistische Station und halten das Angebot für jeden Patienten mit einer internistischen Tumorerkrankung vor.“

Im Zuge des Aufbaus der Palliativstation soll aber auch die Kooperation mit den Pflegediensten verbessert werden. „Apo Care ist bereits für die palliative Pflege zertifiziert, es geht jetzt darum, auch die anderen Pflegedienste an den runden Tisch zu holen und ein Netzwerk aufzubauen“, erklärt Dr. Osseiran einen nächsten Schritt. Ziel der Palliativmedizin sei es schließlich, den Patienten so zu versorgen, dass er zurück nach Hause kann.

„Leider steckt die palliativmedizinische Versorgung bei uns – und in Deutschland insgesamt – noch in den Kinderschuhen“, sagt der Mediziner. Es gebe bislang nur einen Kollegen in der Region, Arnold Geueke in Bad Fredeburg, der sich in dem Bereich weitergebildet hat und die ambulante Versorgung übernehmen kann. „Einer allein kann das natürlich nicht leisten.“

Laura Mock

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