Otto Höpfner: „Noch ‘ne Runde“

Schmallenberg.  Die Stadthalle Schmallenberg war immer mal wieder Schauplatz für Veranstaltungen von überregionaler Reichweite. So präsentierte dort vor 50 Jahren Otto Höpfner vor mehr als tausend Zuschauern humorvoll und routiniert seine Rundfunk-Schau unter dem Motto „Noch ‘ne Runde“.

Knobelbecher und Stadtwappen

An zwei Tischen saßen sich die Ratemannschaften aus Fredeburg und Schmallenberg gegenüber. Für Schmallenberg waren das Günter Hahn, Willi Kleinsorge, Theo Cramer und Josef Saßmannshausen vom Klub der Schmallenberger „Knobelbrüder“. Die jungen Männer aus der Strumpfstadt hatten außer ihrem Selbstvertrauen vorsichtshalber ihr Freizeitgestaltungsgerät, den ledernen Knobelbecher, mitgebracht.

Ihre Konkurrentinnen zeigten etwas Lampenfieber, aber jede Menge Mutterwitz und übergaben als Erinnerungsgeschenk der Stadt Fredeburg, ein buntes Stadtwappen auf Schieferstein eingraviert, an den Spielleiter Otto Höpfner. Amtsdirektor Werner Broermann hatte außerdem einen verlängerten Wochenend-Aufenthalt als Gastgeschenk im Bergstädtchen übermitteln lassen.

In der ersten Spielrunde musste jeder der acht Teilnehmer ein mehr oder minder schrecklich klingendes Fremdwort übersetzen, dazu gab es je drei Antwortmöglichkeiten.

In der zweiten Runde durfte jeder Teilnehmer Otto Höpfner etwas fragen, und der schlagfertige Spielmeister antwortet so, dass in je vier Antworten der Titel eines Films verborgen und zu erraten war. Beispiel: „Die Faust im Nacken“.

Weniger bedrohlich sah es mit der dritten und letzten Runde aus. Aus den Anfangsbuchstaben von je vier intonierten bekannten Melodien setzten sich zwei Wörter zusammen. Bei den Damen ergab sich „treu“, bei den Herren kam „lieb“ als Gegenkompliment für die Frauen heraus. Bei der Zusatzaufgabe, einer Berechnung des Alters von Mutter und Tochter, ging der gesamten Raterunde die mathematische Puste aus.

Am Schluss des ganzen Spiels gewannen die Fredeburger 330 Mark und die Schmallenberger 250 Mark. Zum Bargeld gab es noch Erinnerungsgeschenke, schmucke Aufbewahrungsdosen für die Damen und Bierkrüge aus gebranntem Ton für die Männer.

Künstler als Gäste

Daneben war für die Unterhaltung gesorgt: Durch das Programm führte Kurt Postel mit Assistentin. Als Gast des WDR von Radio Wien stellte sich Johannes Fehring mit dem WDR-Tanz- und Unterhaltungsorchester vor. Auch so Könner wie Willi Hofmann, Albert Vossen am Akkordeon und Ursula Schirrmacher, Sopran, standen auf der Bühne.

Willy Millowitsch sang „Käm ich noch einmal auf die Welt - aber dann mit sehr viel Geld…“ Und der WDR-Startrompeter Heinz Schachtner blies den „Mitternachts-Blues“ und andere bekannte Melodien. Auch der damals bekannte Günter Kallmann-Chor mit seinen Volksliedern sowie Schirrmacher/Hoffmann im Duett waren zu hören.

Seine Virtuosengeige und eine Eigenkomposition hatte Helmut Zacharias mitgebracht. „Ja, bei dir war es immer so schön….“ Mitten hinein ins Programm explodierte die Sprechakrobatin Gisela Schlüter mit ihren Späßen und brachte Sketch-Professor Jupp Schmitz auf ihre spezielle Art in Verlegenheit.

Zum Schluss füllte Lawrence Winters mit seiner gewaltigen, ausdrucksvollen Bass-Bariton-Stimme den Saal. Von ihm hätte damals das Publikum gern noch mehr gehört.

Die Sendung wurde einige Tage später im WDR-Rundfunk übertragen.