Ohne Lebensmittel und mit wenig Sauerstoff unter der Erde

Schmallenberg..  Als der Zweite Weltkrieg näher kam. verließen viele Schmallenberger ihre Wohnhäuser und suchten anderswo Schutz – das leben unter der Erde begann. Man erinnerte sich an die Gruben und Höhlen rings um die Stadt, zum Beispiel an den Schieferstollen am Aberg und den Felsenkeller unterm Huckelberg.

Das Leben in der Schiefergrube „Hubertus“ am Aberg wurde den Schutzsuchenden allerdings schon bald zur Qual. 80 bis 100 Menschen hatten schon drei Tage ohne Unterbrechung dort verbracht und waren am Ende ihrer Kräfte. Die Höhle war feucht, eng und dunkel, die Lichter brannten wegen des fehlenden Sauerstoffs nicht mehr. Viele sanken in einen todesähnlichen Schlaf und erwachten wie Irrsinnige, ohne Denken und klares Bewusstsein. Die Kräftigeren stellten sich an den Eingang, um frische Luft zu schöpfen und verstopften die Luftzufuhr noch mehr. Zwei Menschen starben.

Im Felsenkeller unter dem Huckelberg waren 200 bis 250 Menschen, hauptsächlich Frauen, Kinder und ältere Männer, untergebracht. Er war restlos überfüllt. Es herrschte ein großes Gedränge, viele schrien vor Angst.

Der „alte Rath“, den viele Fremde nur „Herr Bunker“ nannten, stand vorne am Eingang. Er sorgte dafür, dass eine gewisse Ordnung herrschte. Es gab nur einen alten Eimer als Toilette, in den Feuerpausen wurde er geleert. Die Versorgung mit Lebensmitteln war sehr schlecht. Jede Familie versuchte, etwas Essbares zu besorgen.

Frau Bergenthal ging durch den Beschuss zu ihrem Haus Unterm Werth 9, weil die Kuh im Stall versorgt werden musste. Für die Kinder brachte sie frische Milch mit und was sie sonst noch fand. Ihre Nachbarin wurde bei so einem Gang von einem Granatsplitter getroffen und starb einige Tage später daran.