Nicht für eine lebenswerte Region mit Zukunft eingesetzt

Putenmast Schederberge. Ein arbeitsintensives und lehrreiches Jahr liegt hinter der Interessengemeinschaft Schederberge. Dabei erfuhren wir hohen Zuspruch aus der Region, für den wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken möchten. Seien es die 5780 Unterzeichner der Petition, die ermutigenden Zusprüche und hilfreichen Ratschläge, aktive Unterstützer oder die persönlichen Besuche von Politikern verschiedener Fraktionen.


Nun hat der Stadtrat entschieden und das Ergebnis war absehbar. Wir verstehen durchaus, dass ein Bauantrag nüchtern geprüft und nach geltendem „Recht und Gesetz” entschieden werden muss. Doch statt die Situation in Schederberge zum Anlass für eine Strategieentwicklung hinsichtlich der regionalen Steuerung der hiesigen Agrarindustrie zu nehmen, versteckten sich weite Teile des Rates hinter der Gesetzgebung des Bundes und dem Konsumverhalten der Verbraucher. Und dass einige Volksvertreter lediglich die „Faust in der Tasche” geballt haben, statt sich für eine lebenswerte Region mit Zukunft einzusetzen, hilft weder Mensch noch Tier!


Schauen wir uns die landwirtschaftliche Entwicklung in der Region einmal genauer an. Allein die Anzahl der Putenmastplätze im Stadtgebiet Meschede hat sich in den letzten Jahren auf ca. 73 000 beinahe verdreifacht. Wenige Unternehmer streichen satte Gewinne ein. Und das auf Kosten nicht-industrieller Landwirte, die um ihr Überleben kämpfen müssen. Tannenbaum-Monokulturen, Biogasanlagen, Massentierhaltungen, Mais auf den Feldern, wohin das Auge reicht. Das sind nur einige problematische Entwicklungen, die uns alle betreffen.
Deren Auswirkungen, z.B. durch Gestank, belastetes Grundwasser, ein ödes Landschaftsbild, sind offensichtlich. Die Belastung von Luft und Böden durch krankmachende Keime ist weniger sichtbar, wird aber zukünftig immer brisanter werden.

Wir alle erfreuen uns an einer schönen Mescheder Innenstadt mit vielfältigem Angebot für Jung und Alt. Aber wir wünschen uns auch eine Zukunft für das städtische Umland und die zahlreichen kleineren Ortschaften, die parteiübergreifend in den Wahlprogrammen beschworen wird.


Bitte bleiben Sie aufmerksam. Denn vielleicht entsteht in Ihrem Dorf die nächste Massentierhaltung. Wir halten es daher für unerlässlich, dass dieses wichtige gesellschaftliche Thema auf die politische Agenda kommt und ernsthaft diskutiert wird. Nicht nur der Bund, auch die Kommunen haben Möglichkeiten, die Dörfer sowie die nachhaltige und ethisch verantwortungsvolle Landwirtschaft in der Region zu stärken. Eine solche Vorreiterrolle mit Beispielcharakter wünschen wir uns.

IG Schederberge, vertreten durch

Peate Posch, Conny Tillmann, Daniel Heinz, Hans-Georg Fischer, Karin Lüders und Sabine Stöwe