Neues Kreuz für den Wilzenberg

Grafschaft..  Das 1972 in Holzleimbinder-Konstruktion errichtete Hochkreuz auf dem Wilzenberg weist heute erhebliche Schäden auf. So müssen unter anderem die beiden Querbalken der insgesamt 28 Meter hohen Konstruktion erneuert werden.

Nach eingehender Abwägung der anstehenden Reparaturkosten, der Materialwahl und vor allem der Zukunftskosten, hat der Kirchenvorstand St. Georg Grafschaft einstimmig die komplette Erneuerung des Hochkreuzes in Stahlkonstruktion beschlossen.

Hohe Kosten für Gemeinde

Die Unterhaltungskosten beliefen sich bisher auf insgesamt rund 18 000 Euro, zuzüglich Eigenleistungen. Das neue Kreuz soll aus feuerverzinkten Rohren entstehen. Standort und Höhe allerdings sollen gleich bleiben. Die Gesamtkosten schätzt der beauftragte Architekt Thomas Kotthoff unter Berücksichtigung von möglichen und vorgesehenen Eigenleistungen auf rund 32 000 Euro. Wie bisher sind sämtliche finanziellen Aufwendungen allein von der Kirchengemeinde Grafschaft als Bauherrin aus Spenden und Kollekten zu tragen.

Dank der vielfältigen Unterstützung der Pilger und Besucher des Wilzenbergs konnten für diesen Zweck in den vergangenen Jahren bereits rund 11 000 Euro als Rücklage angespart werden, so dass noch eine Finanzierungslücke von gut 20 000 Euro verbleibt.

Ein konkreter Bauzeitplan besteht noch nicht. Angedacht ist, dass der Austausch des Kreuzes möglichst bis zum Ende der diesjährigen Wilzenberg-Wallfahrtssaison mit Einweihung erfolgen kann.

Geschichte des Kreuzes

Mitten im 30-jährigen Krieg, in den Jahren 1626/27, errichtete der Grafschafter Abt Gabelus Schaffen eine Klause (domus eremtica) auf dem Wilzenberg . Das nötige Material fuhren Grafschafter Bauern hinauf. Dieser Abt war es auch, der zu Ostern 1626 auf der Höhe des Berges ein 21 Meter hohes hölzernes Kreuz errichten ließ. Es sollte als Siegeszeichen weit über Berg und Tal von der Glaubenstreue der Sauerländer künden, die an der Religion ihrer Väter festhielten.

Man kann davon ausgehen, dass es das erste Kreuz auf dem Wilzenberg war, da im 17. Jahrhundert, insbesondere während des Dreißigjährigen Krieges, diese religiöse Symbolik an Bedeutung gewann. Dass der Berg in vor- und frühgeschichtlicher Zeit eine große Rolle für die Bevölkerung der Umgebung gespielt hat, ist durch die beiden alten Ringwälle längst bewiesen. Denn seit Jahrhunderten gilt der Wilzenberg als „heiliger Berg des Sauerlandes“.

Witterung und ein Brandschlag sorgten dafür, dass das kreuz mehrere Male erneuert werden musste. Umfangreiche Reparaturarbeiten am Hochkreuz gab es zuletzt 2003. Damals musste das Kreuz wegen akuter Einsturzgefahr nach einer Brandstiftung überarbeitet, repariert und in der Erde verankert werden. Die Kosten für die komplette Sanierung beliefen sich auf rund 3500 Euro.

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