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Neue Vorstöße für Hertie in Meschede

20.02.2016 | 11:00 Uhr
Neue Vorstöße für Hertie in Meschede
Der Komplex aus der Luft gesehen, im Vordergrund links ein Teil des Pressehauses: Seit 2009 steht das Hertie-Kaufhaus in Meschede leer.Foto: Hans Blossey

Meschede.   Es ist ruhig geworden um die Hertie-Immobilie in Meschede. Jetzt gibt es zwei Vorstöße: Der Vermarkter rechnet mit einer Lösung, die SPD schlägt eine weitere Idee vor.

Der Vermarkter der Hertie-Immobilien ist optimistisch, eine Lösung für den Standort in Meschede zu finden. Das sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung. Unterdessen hat die SPD einen neuen politischen Vorstoß gestartet. Sie kann sich letztlich sogar den Abriss des Gebäudes vorstellen.

Als die Stadt Meschede noch Seite an Seite mit dem Projektentwickler Bövingloh stand, war Sebastian Mogos-Lindemann so etwas wie eine „persona non grata“, eine eher unerwünschte Person, im Rathaus. Regelmäßig stellte der Beauftragte des Insolvenzverwalters die Pläne der potenziellen Investoren aus Münster in Frage - weil sie nie den vereinbarten Kaufpreis für das Gebäude überwiesen.

Mogos-Lindemann hat am Ende Recht behalten: Die Pläne mit Bövingloh platzten, der Insolvenzverwalter löste den Vertrag. „Seitdem sind uns keine Aktivitäten seitens der Bövingloh-Gruppe mehr bekannt, die im Zusammenhang mit der Revitalisierung der Hertie-Immobilie stehen“, teilte er unserer Zeitung mit.

Inzwischen arbeitet der Direktor der „CR Investment“ vertrauensvoll mit der Stadt Meschede zusammen, wie beide Seiten betonen. Es wird an einer Lösung mit einem neuen Investor gebastelt. „Es gibt Kontakte zu weiteren, ernsthaften Projektentwicklern“, bestätigte Mogos-Lindemann jetzt. Details will bisher keine Seite nennen - erst dann, wenn neue Pläne wirklich konkret sind.

Die SPD fordert unterdessen Alternativen zum Kaufhauskonzept. Schon im Wahlkampf hatte Bürgermeisterkandidat Jürgen Lipke, heute Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat der Stadt Meschede, einen „Plan B“ für die ehemalige Hertie-Immobilie gefordert. „Bürgermeister und CDU-Fraktion müssen sich im Klaren darüber sein, dass die Suche nach einem Investor für ein Kaufhauskonzept à la Bövingloh mit gewissen Risiken behaftet ist“, erklärte Lipke in einer Pressemitteilung.

„Deshalb brauchen wir Alternativen, auf die wir schnell zurückgreifen können. Lange gewartet haben wir schon genug.“ Wer sich die jüngst vollzogenen oder auch angekündigten Ladenschließungen vor Augen führe, könne sich leicht einen Zusammenhang mit dem Leerstand am Winziger Platz ausrechnen, habe doch die Mescheder Kaufmannschaft selbst seinerzeit beklagt, die Hertie-Schließung entziehe der Stadt Kaufkraft in erheblichem Maße.

Varianten erarbeiten

Allein mit den eingesparten Mitteln für die Miete der Stadthalle ließe sich der Kauf des restlichen Gebäudeteils, der Verkaufsräume finanzieren, so der Vorschlag der SPD. „Und möglicherweise bleibt noch genug für den Abriss des gesamten Gebäudes“, erklärte Fraktionskollege Alfred Brüggemann. „Doch soweit sind wir noch nicht. Vor dem Abriss sollen erst Nutzungsvarianten erarbeitet werden. Und wer weiß, vielleicht kann das Gebäude ja doch genutzt werden?“

Die SPD sieht hier nach eigenen Angaben eine hervorragende Gelegenheit für ein Bürgerbeteiligungskonzept. Bürger, Kaufleute, Architekten und potentielle lokale Investoren könnten mit der Stadtverwaltung nach dem Motto von Stuttgart 21 „Alles auf den Tisch, alle an den Tisch“ Ideen sammeln und alternative Konzepte erarbeiten. Ein entsprechender Antrag soll in der Ratssitzung am Donnerstag, 3. März, behandelt werden „Das Vorhaben steht aber immer noch unter dem Vorbehalt, dass es sich hier um Plan B handeln soll“, fügt Kornelius Kuhlmann, der Fraktionsgeschäftsführer, hinzu, „schließlich steht derzeit ein Konzept im Raum, dass seine zweite Chance haben soll. Es sei denn, unseren Bürgern fällt noch etwas Besseres ein…“

Oliver Eickhoff

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2016-02-20 11:00
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