Netzwerk zur Unterstützung der Asylbewerber in Bad Fredeburg

Vor allem der Deutschunterricht für Migranten ist den Bad Fredeburgern wichtig.
Vor allem der Deutschunterricht für Migranten ist den Bad Fredeburgern wichtig.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Mit einem Netzwerk an Ehrenamtlichen wollen die Menschen in Bad Fredeburg die Asylbewerber in ihrem Ort unterstützen. Sprachunterricht, Betreuung von Grundschulkindern, Begleitung im Alltag, ein Lauftreff, ein Begegnungs-Café – all das haben die Helfer bereits auf die Beine gestellt.

Bad Fredeburg.. „Wir haben uns entschlossen, ein Netzwerk zu gründen und direkt großen Zuspruch bekommen“, sagt Elisabeth Weber aus dem Vorstand der Bad Fredeburger Caritas. Die Caritas als sozialer Träger ist wichtig bei der Organisation der Hilfe, aber mittlerweile haben sich schon Bürger aus allen Altersklassen und gesellschaftlichen Gruppen angeschlossen. Auch die Nachfrage von Seiten der Asylbewerber ist laut Weber groß.

Deutschunterricht als Basis

Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht der Deutschunterricht. „Die Sprache ist die Grundlage für Integration“, sagt auch Stefan Hesse von der Volkshochschule (VHS). Die VHS hat im vergangenen Herbst im Auftrag der Stadt einen ersten Deutschkurs gestartet, der im Frühling weitergeführt werden soll.

Zusätzlich kooperiert in Zukunft auch die Caritas mit der VHS. „Die sprachlichen Differenzen sind recht groß und wir wollen unsere ehrenamtlichen Helfer entlasten“, so Weber. Dass die Teilnehmer der Kurse ganz unterschiedliche Muttersprachen sprechen, ist auch für die professionellen Lehrer eine Herausforderung. Hesse sieht darin aber auch eine Chance: „Es hat den Vorteil, dass deutsch in so einem Kurs dann auch die Verkehrssprache sein muss.“

Schmallenberg Die grundlegenden Vokabeln sind allein schon für das Einkaufen im Supermarkt notwendig. Weber kennt Familien, die sich wochenlang nur von Reis ernährt haben, weil sie die vielen Angebote im Supermarkt zunächst gar nicht einordnen konnten. Freiwillige, die sich als Einkaufsbegleiter zur Verfügung stellen, sind beim Netzwerk deshalb willkommen. Zum Austausch wird es ab kommender Woche ein „Café international“ geben.

Stadt Fredeburg begrüßt das Engagement

Über den Einsatz der vielen Ehrenamtlichen ist auch die Stadt froh. „Wir haben zwei Sachbearbeiter, die sich um die Unterbringung kümmern, aber wir sind auch sehr froh über das starke ehrenamtliche Engagement, das sich entwickelt hat“, sagt Ulrich Hesse, Leiter des Sozialamts. Im Stadtgebiet leben derzeit 149 Asylbewerber, mehr als die Hälfte von ihnen ist in Bad Fredeburg untergebracht. Die Unterkünfte dort und in der Kernstadt sind ausgelastet, Neuankömmlinge werden nun in einer ehemaligen Pension in Bödefeld untergebracht.