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Naturpark Sauerland - Macher wollen „Schatz heben“

08.01.2016 | 22:00 Uhr
Naturpark Sauerland - Macher wollen „Schatz heben“
Der Geschäftsführer des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge: Detlef Lins (50).Foto: Volker Hartmann

Schmallenberg.   Naturpark Sauerland-Rothaargebirge will Flora und Fauna zu einem Erlebnis machen. Bestandsaufnahme zu Beginn. Interview mit dem Geschäftsführer.

Aus drei mach einen: Homert, Ebbegebirge und Rothaargebirge haben sich zum Naturpark Sauerland-Rothaargebirge zusammengeschlossen. Es war kein leichter Weg. Geschäftsführer von Deutschlands zweitgrößtem Naturpark nach dem Südschwarzwald Detlef Lins. Mit ihm hat die WESTFALENPOST über Ziele und Aufgaben gesprochen.

Am Anfang steht was?

Lins: Eine gründliche Bestandsaufnahme der Infrastruktur. Wir gehen ins Gelände und bewerten, was für unsere künftige Arbeit von Bedeutung ist und was nicht. Bis Ende Februar wollen wir damit fertig sein, damit bis Mitte des Jahres alle vertraglichen Dinge geregelt werden können. Das ist ausgesprochen ambitioniert.

Wie muss man sich das vorstellen?

Lins: Den bisherigen drei Naturparken gehörten mehr als 400 Einrichtungen, von Schutzhütten über Spielplätze bis zu Ruhebänken. Nicht alles ist heute noch von Nutzen.

Haben Sie konkrete Beispiele?

Lins: Ein vor 30 Jahren eingerichteter Naturlehrpfad, den niemand mehr pflegt und dessen Schautafeln mit der Natur verwachsen sind, muss nicht bleiben. Das ist eine Qualität, von der wir uns verabschieden wollen. Das gilt auch für Bänke, vor denen sich im Laufe der Jahrzehnte die Bäume geschoben haben.

Also wird der Wald entrümpelt und wie Dornröschen wach geküsst?

Lins: Ganz so schlimm ist es nicht. Mit dem Rothaarsteig und dem Höhenflug liegen ja ausgezeichnete Premiumwanderwege im Naturpark. Aber zum Beispiel bei mehr als 17 000 Kilometer Wanderwegen fällt es zunehmend schwer, die Markierung zu sichern.

Mit welcher Konsequenz?

Lins: Weniger ist mehr. Die Qualität muss stimmen. Es hilft keinem, wenn beim Wandern auf einmal Ende im Gelände ist. Hier gilt es, mit den Tourismusverbänden, den Kommunen und dem Sauerländischen Gebirgsverein ein taugliches Konzept für die Zukunft zu entwickeln – um wichtige Beteiligte in unserem Netzwerk zu nennen.

Wo wollen Sie hin?

Lins: Ziel ist es, die Natur zu bewahren, sie aber auch in einem, nennen wir ihn Mitmach-Naturpark, erlebbarer zu machen und attraktiver zu präsentieren. Zum Beispiel mit naturpädagogischen Angeboten. So erschließt sich die Natur für Kinder und Jugendliche leichter. Es muss ihnen bewusst werden, wie toll die Landschaft ist. Vor der Haustür.

Sie wollen mehr als nur mit einem Schild auffallen?

Lins: Ja. Wir wollen diesen Schatz heben, polieren und am Ende für alle Generationen glänzen lassen.

Der Naturpark hat Zugang zu Fördermitteln. 35 Euro pro Quadratkilometer pro Jahr. Keine Sorge, sich im Förderdschungel zu verlaufen?

Lins: Nein. Ich kenne viele Beteiligte. Sei es bei der Bezirksregierung, in den Kreishäusern oder in Düsseldorf. Das wird helfen.

Gibt es nach 70 Tagen im Amt bereits erste Initiativen?

Lins: Wir wollen uns am NRW-Landeswettbewerb 2018 für Naturparke beteiligen. Das Thema: Schätze der Natur. Mitte Februar ist Abgabetermin. Das drängt und ist anspruchsvoll. Hier suche ich die Mitarbeit von Studierenden der Fachhochschule Südwestfalen und auch der LEADER-Regionen.

Ein Blick zurück zur Entstehungsgeschichte. Sind die Vorbehalte im Kreis Siegen-Wittgenstein gegen den Namen des Naturparks ausgeräumt?

Lins: Es war ein heißes Thema. Bestimmt. Bei der nächsten Mitgliederversammlung soll ein endgültiger Beschluss gefasst werden. Für das Marketing ist das auch zwingend erforderlich.

Und die Sorge der Wirtschaft, ein Naturpark verhindere künftige Entwicklungschancen?

Lins: Längst vom Tisch. Der Naturpark ist eben kein Nationalpark. Bestes Beispiel ist der Kreis Olpe. 96 Prozent der 711 Quadratkilometer Kreisfläche lagen bereits vor dem Zusammenschluss in einem Naturpark. Der Kreis ist gleichwohl wirtschaftlich glänzend aufgestellt. Ich werde aber auch künftig um ein stärkeres Engagement der Wirtschaft für unsere Naturparkarbeit werben.

Joachim Karpa

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